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Nahost – Konflikt

Mohammed und die Juden

In der ersten Zeit seiner Offenbarungen war Mohammeds Verhältnis zu den Juden durch Toleranz geprägt. In der Zeit nach 610, als seine ersten Berührungen mit dem Übernatürlichen auftraten, versuchte er Andersgläubige durch Freundlichkeit vom Islam zu überzeugen. Juden und auch Christen galten als gläubige Anhänger theistischer Vorstellungen

„Es gibt keinen Zwang im Glauben. Der richtige Weg ist nun klar erkennbar geworden gegenüber dem unrichtigen. Wer nun an die Götzen nicht glaubt, an Allah aber glaubt, der hat gewiss den sichersten Halt ergriffen, bei dem es kein Zerreißen gibt. Und Allah ist Allhörend, Allwissend.“ Sure 2:256

Jüdische Gelehrte werden als Zeugen für die Richtigkeit von Mohammeds Monotheismus angeführt.

Nach der Flucht nach Medina war das Verhältnis zu den Juden zunächst noch relativ wohlwollend. Hausbesuche bei Juden waren keine Seltenheit. Die Widersprüche zwischen der Bibel und den Offenbarungen des Koran ergaben für die Juden, dass sie die älteren Texte der Juden verteidigten. Wo Mohammed Abweichungen predigte, glaubten ihm die Juden nicht. Die Aufforderung der Juden, Zeichen und Wunder zu vollbringen, konnte Mohammed nicht erfüllen, weil er nur Prophet war. Der entscheidende Vorwurf Mohammeds lautete, Juden (und auch Christen) hätten ihre Schriften gefälscht, ihre Inhalte abgeändert. Er, Mohammed, sei der Verkünder der einzig wahren monotheistischen Religion.

Verfluchung der Juden

„Verflucht wurden die Ungläubigen von den Kindern Israels durch die Zunge Davids und Jesus‘, des Sohnes der Maria. Dies, weil sie ungehorsam waren und (gegen die Gebote) verstießen“ Sure 5:78

Allah verwandelt die Juden in Affen und Schweine

„Und als sie trotzig bei dem verharrten, was ihnen verboten worden war, da sprachen Wir zu ihnen:’Werdet denn verächtliche Affen’“ Sure 7:165

„Sprich: ‚Soll ich euch über die belehren, deren Lohn bei Allah noch schlimmer ist als das? Es sind jene, die Allah verflucht hat und denen Er zürnt und aus denen Er Affen, Schweine und Götzendiener gemacht hat. Diese befinden sich in einer noch schlimmeren Lage und sind noch weiter vom rechten Weg abgeirrt.’“ Sure 5:60

Aktueller Bezug: Auf offiziellen Veranstaltungen der Fatah rief 2012 der offizielle Mufti der „palästinensischen Autonomiebehörde“ sogar zur Tötung aller Juden auf. Moderator bei der Fatah-Zeremonie: „Unser Krieg gegen die Nachfahren der Affen und Schweine ist ein Krieg der Religion und des Glaubens.“

Die Juden stecken hinter den Kriegen

„ … Und Wir haben unter ihnen Hass und Zwietracht bis zum Tage der Auferstehung gesät. Sooft sie ein Feuer für den Krieg anzündeten, löschte Allah es aus, und sie trachteten nur nach Unheil auf Erden; und Allah liebt nicht die Unheilstifter“ Sure 5:64

Bezug auf diese Sure nimmt die Hamas-Charta von 1987: In der Charta werden die Protokolle der Weisen von Zion als ein authentisches Dokument präsentiert. Die Juden werden als das Weltübel schlechthin gesehen und nicht nur für die Französische Revolution und den Ersten Weltkrieg, sondern auch für den Zweiten Weltkrieg, die Ausbeutung der Dritten Welt durch den Imperialismus und den Drogenschmuggel verantwortlich gemacht.

Verteufelung der Juden

Sicherlich findest du, dass unter allen Menschen die Juden und die Götzendiener die erbittertsten Gegner der Gläubigen sind.“ … Sure 5: 82

Die versuchte Vergiftung Mohammeds

Eine jüdische Frau versuchte, Mohammed mit einem Lamm zu vergiften. Bei einem Besuch Mohammeds bei den Juden – das kam gelegentlich vor- bereitete eine jüdische Frau namens Zaineb das Essen zu.Es sollte Lamm geben, da Mohammeds Freunde auch dabei waren, wurde ein ganzes Lamm vergiftet. Das von Mohammed bevorzugte Schulterstück wurde mit einer Extradosis Gift versehen. Beim Genuss des Fleisches spürte er jedoch einen faden Beigeschmack und spuckte das Fleisch wieder aus. Ein Freund Mohammeds starb an der Vergiftung. Mohammeds Zorn ging soweit, dass er danach trachtete, Zaineb umzubringen.1 Nach anderen Quellen ließ er sie in Ruhe. Angeblich litt er sein ganzes Leben an den Nachwirkungen des Giftes.

Kriege Mohammeds gegen jüdische Stämme

In Medina gab es drei große jüdische Stämme, davon hieß einer Banu Nadir. In der ersten Zeit in Medina knüpfte Mohammed freundschaftliche Kontakte zu diesem Stamm, was durch gelegentliche Besuche zum Ausdruck kam. Ein Mordanschlag dieses Stammes gegen den Propheten wurde diesem durch eine Offenbarung Allahs bekannt. Daraufhin wurde dieser Stamm von Mohammeds Truppen angegriffen. Mohammed ließ die Dattelpalmenhaine abbrennen, die den Banu Nadir als Lebensgrundlage dienten. Nach der Kapitulation der Banu Nadir ließ Mohammed sie mit Hab und Gut ohne Waffen ziehen. Auch ihr Geld durften sie nicht mitnehmen. Der Stamm zog nach Norden, ohne seinem Glauben abgeschworen zu haben. Das Geschehen spielte sich 625 nach Christus ab.

Vorher hatte sich Mohammed mit dem jüdischen Stamm der Banu Qainuqa auseinandergesetzt. Er war der erste jüdische Stamm, mit dem der Prophet des Islam Krieg führte. Sie waren keine Bauern, sondern Händler.Ausgangspunkt war die Schlacht von Badr im Jahre 624. Auf dem Markt dieses Stammes wurde eine arabische Frau von einer Gruppe von Juden beleidigt. Ein anwesender Muslim tötete einen der Juden und wurde dann selbst umgebracht. Die Banu Qainuga wurden daraufhin 15 Tage belagert und schließlich vertrieben. Ihr Hab und Gut mussten sie zurücklassen. Der Stamm wanderte in Richtung Persischer Golf aus. Nach der Vertreibung der Quinuga wurde die Sprache des Korans den Juden gegenüber härter. Mohammed warf den Juden vor, sie hätten die Thora verfälscht. Die Gebetsrichtung der Muslime wurde nach Mekka verlegt. Jerusalem hatte ausgedient.

Schlimmer erging es den Quraiza 627. Dieser jüdische Stamm wollte Mohammed mit Hilfe Mekkas stürzen – angeblich oder wirklich? Die Mekkaner konnten Mohammed in Medina nicht überwinden und kehrten zurück.Mohammed erklärte danach, ihm sei der Engel Gabriel erschienen und habe ihm folgendes verkündet: „… Die Engel Allahs legen ihre Schwerter niemals nieder. Sie stehen jederzeit bereit, dich zu unterstützen. Allah gebietet dir, dich gegen die Kinder von Quraiza aufzumachen und ich werde vor dir herziehen und ich werde ihre Wohnstätte erschüttern.“2 Das Gebiet der Banu Quraiza wurde 25 Tage belagert, bevor der jüdische Stamm kapitulierte. Er wollte unter den gleichen Bedingungen wie die Banu Nadir abziehen. Mohammed fragte einem zum Islam Konvertierten um Rat. Dieser riet ihm, die Männer zu töten, das Geld die Frauen und Kinder als Kriegsbeute aufzuteilen. Mohammed stimmte zu. Danach wurden zwischen 800 und 900 jüdische Männer enthauptet. Frauen und Kinder wurden in die Sklaverei verkauft. Vom Geld behielt Mohammed 20 Prozent, den Rest erhielten seine Soldaten. Das Verfahren Mohammeds gegen diesen Stamm wird kontrovers beurteilt.3

Banu_Qurayza

Massaker an den Banu Quraiza

Schließlich wurden die Juden aus Chaibar 628 vertrieben. Chaibar ist ein Oasengebiet 150 km nördlich von Medina. Mohammeds Heerführer Ali entschied den Kampf für sich. Die Kriegsbeute war immens. Den jüdischen Bewohnern der Oase, in der die Juden lebten, erlaubte er, auf ihre Güter zurückzukehren, unter der Bedingung, dass sie fortan die Hälfte ihrer Felderträge nach Medina abführen müssen.4

Ein Zusammenleben mit den Juden konnte sich Mohammed nach den militärischen Konflikten nicht mehr vorstellen. Die Vertreibung aus Arabien war sein Ziel: „Er ist es, der diejenigen vom Volke der Schrift, die ungläubig waren, aus ihren Heimstätten zur ersten Versammlung austrieb. Ihr glaubtet nicht, dass sie hinausziehen würden, und sie dachten, dass ihre Burgen sie gegen Allah schützen würden. Doch Allah kam von (dort) über sie, woher sie es nicht erwarteten, und warf Schrecken in ihre Herzen, so dass sie ihre Häuser mit ihren eigenen Händen und den Händen der Gläubigen zerstörten. So zieht eine Lehre daraus, o die ihr Einsicht habt.“ Sure 59:2

In Sure 8 werden Juden schlimmer als Tiere eingestuft: „Wahrlich, schlimmer als das Vieh sind bei Allah jene, die ungläubig sind und nicht glauben werden;“ Sure 8:555

In einer Hadith (Überlieferung von Äußerungen des Propheten) prophezeite Mohammed: „Das Jüngste Gericht wird nicht kommen, bis die Muslime die Juden bekämpfen und umbringen; bis der Jude sich hinter den Steinen und Bäumen versteckt, und der Stein und der Baum werden sagen: O, du Muslim, o, Du Diener Allahs, dies ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt, komm und bring ihn um!“6 Von orthodox muslimischer Seite wird die eindeutige Bedeutung dieser Hadith bestritten. In der Hamas-Charta heißt es dazu: „Das Jüngste Gericht wird nicht kommen, solange Muslime nicht die Juden bekämpfen und sie töten. Dann aber werden sich die Juden hinter Steinen und Bäumen verstecken, und die Steine und Bäume werden rufen: ‚Oh Moslem, ein Jude versteckt sich hinter mir, komm‘ und töte ihn.“ (Artikel 7) „7

Zu den Juden heißt es in einer orthodox muslimischen Schrift: „Juden (Al Jahud) Die mit dem Christentum (und Madschus)8 die eigentlichen Ahlu-I-Kitab (Leute der Schrift- Einfügung von mir) bildende Glaubensgemeinschaft, die an einem Gott festhält und zu der zahlreiche Propheten gesandt wurden. Hauptprophet der Juden ist Moses, dem die Thora gegeben wurde. Den Propheten Mohammed und den Koran haben die Juden abgelehnt, doch lebten sie in islamischen Ländern, verglichen mit ihrer Lage in Europa, in Frieden und Sicherheit“9 Stimmt das?

Werfen wir einen Blick auf die den Kampf mit dem jüdischen Stamm Banu Quraiza, wie ihn die erste ausführliche Mohammed.Biographie schildert: „Zu Zeit des Mittagsgebetes kam, wie mir Zuhri berichtete, Gabriel zum Propheten. Der Engel trug einen Turban aus Brokat, und auch der Sattel des Maultiers, auf dem er ritt, war mit Seidenbrokat bedeckt. Er fragte den Propheten: ‚Hast du die Waffen bereits niedergelegt?‘ ‚Ja‘, antwortete Mohammed, und Gabriel fuhr fort: ‚ Die Engel haben dies noch nicht getan, und ich komme gerade von der Verfolgung der Feinde zurück. Gott – Er ist erhaben und mächtig- befiehlt dir, o Mohammed, gegen die Banu Quraiza zu ziehen. Ich begebe mich jetzt zu ihnen und werde sie erbeben lassen.‘ Sogleich ordnete der Prophet an, unter den Muslimen auszurufen: ‚Alle diejenigen, die hören und gehorchen, sollen ihr Nachmittagsgebet nicht verrichten, bevor sie sich nicht bei den Banu Quraiza eingefunden haben.‘ Er schickte Ali mit der Fahne voraus, und die Muslime folgten ihm eilends nach. Als sich Ali den befestigten Häusern der Quraiza näherte, vernahm er häßliche Worte über den Propheten. Er kehrte um und sprach zum Propheten, als er ihn unterwegs traf:’Gesandter Gottes! Du solltest dich diesen schändlichen Menschen nicht nähern.‘ ‚Weshalb? Du hast wohl Schmähungen gegen mich gehört?‘ ‚So ist es.‘ ‚Wenn sie mich sähen, würden sie nicht so über mich reden.‘ Und als er ihren Häusern näher kam, rief er: ‚O ihr Brüder der Affen! Hat Gott euch jemals erniedrigt und seine Rache über euch gesandt?‘ ‚Du bist nicht so töricht, uns dies anzutun, O Abu I-Qasim!‘ antworteten ihm die Quraiza. Der Prophet belagerte sie fünfundzwanzig Tage, bis sie erschöpft waren und Gott ihre Herzen mit Angst erfüllte.“10

Man kann hier schon feststellen, dass die Negativbezeichnung „Affen“ für die Juden gebräuchlich ist und Mohammed eigentlich gar keine Absicht hat, Krieg zu führen, dies aber auf göttliche Weisung hin dann doch tut.

Von einem Verrat der Juden an Mohammed geht ein muslimischer Historiker aus:“Im Jahre 627 begannen die Mekkaner im sogenannten ‚Grabenkrieg‘ (al-Khandaq) die Stadt Medina zu belagern, um die Muslime ein für allemal zu vernichten. Die Belagerung konnte erfolgreich durch das Ausheben eines Grabens von den Muslimen vereitelt werden …. Mitten in der Atmosphäre des Krieges wandte sich Huyay, ein Führer des jüdischen Klans der Banu Nadir – die auch schon zuvor den Vertrag von Medina einseitig gegen den Propheten durch einen Verrat widerriefen – an den Führer der Banu Quraiza Kaab ibn Asad. Huyay gelang es letztendlich, Kaab davon zu überzeugen, gemeinsam mit den Polytheisten aus Mekka gegen die Muslime vorzugehen. Schon zuvor missfiel die nur in wenigen Jahren rasante Ausbreitung des Islam diversen Juden in ihrer alten Heimatstadt.“11 Nach dieser Einschätzung hätten die Juden eine Vereinbarung mit Mohammed gebrochen, als sie die angreifenden Mekkaner gegen Mohammed unterstützten. Im Vertrag von Medina heißt es dazu:“44.Und die Bündnispartner sollen einander gegen alle beistehen, die Yathrib überfallen.“12 In ihm regelte Mohammed 622 das Verhältnis der Stämme in Medina (hier Yathrib) unter Einschluss der Juden.

Nicht berücksichtigt wird dabei, dass die Mekkaner (Quraisch) nach Medina zogen, um Mohammed zu zwingen, die Belagerung der Handelswege aufzugeben. Andere Quellen als islamische gibt es zu den Vorgängen der Grabenschlacht und des Kampfes mit den Banu Quraiza nicht.

Im Vertrag von Medina heißt es zum Verhältnis zu den Juden in §37:“Die Juden haben für ihre Ausgaben aufzukommen, die Muslime für die ihren. Die Vertragspartner müssen einander beistehen, im Falle dass einer der im Dokument erwähnten Völker angegriffen wird. Sie müssen beieinander gegenseitigen Rat und Rücksprache suchen und Loyalität ist ein Schutz gegen Verrat. Ein Mann ist nicht verantwortlich für seines Verbündeten Untaten. Dem Unrecht geschah muss geholfen werden.“13 Ob dieser Vertrag allerdings eine Billigung der Juden einschloss, darüber wird nicht berichtet. Er war eher ein Diktat als ein Vertrag:“Im Gegensatz zu heute geäußerten Meinungen gibt es keinerlei Belege dafür, dass diese Abmachung jemals im Sinne einer Gleichberechtigung Andersgläubiger oder Ungläubiger im islamischen Gemeinwesen aufgegriffen oder gar weiterentwickelt worden wäre.“14

Die Stellung der Juden entsprach wie die der Christen einem Schutzbefohlenen – Dhimmi. Er war und ist damit nicht gleichberechtigt. So ist es nach islamischem Gesetz dem Dhimmi verboten, den Koran, Mohammed oder den Islam zu kritisieren, einen Muslim in Bezug auf seine Religion zu in Verwirrung zu stürzen oder die Feinde der islamischen Welt zu unterstützen. Er darf keine Position einnehmen, in der er über Muslimen stehen könnte, besonders in der Regierung, im Richteramt (für das der Islam die wichtigste Voraussetzung ist), im Militär oder als Polizist. Hierbei gibt es allerdings Ausnahmen.15 Nach dem bis heute wirkenden Rechtsgelehrten al-Mawardi (gestorben 1058 in Bagdad) gehörten diese und die schon von Omar festgelegten Verhaltensweisen zwingend zu den zu erfüllenden Pflichten der Dhimmis.

Die Richtlinien für den Umgang mit anderen monotheistischen Religionen wurden schon vom zweiten Kalifen, Omar, angewendet. Für die Juden war von Bedeutung, dass ihre Religionsausübung nicht außerhalb der Synagoge zu hören sein sollte. Missionieren sollten sie für ihre Religion nicht. Einen Militärdienst sollten sie nicht leisten und keine Waffen tragen. Für Juden war gelbe Kleidung vorgeschrieben. Genauer wurde das später festgelegt, als der Abbasiden-Kalif Harun Al-Raschid etwa 807 verfügte, dass Juden gelbe Gürtel zu tragen hätten.

Die Juden hatten bei Mohammed aufgrund ihrer Ablehnung seines Glaubens keinen guten Stand. Aber auch andere Ungläubige hatten nicht mit Toleranz zu rechnen. Nach seiner siegreichen Rückkehr nach Mekka 630 nach Christus ging es einigen Ungläubigen an den Kragen: „Zu denen, die der Prophet zu töten befahl, gehörte auch Abdallah ibn Chatal, ein Mann von den Banu Tain ibn Ghalib. Auch dieser war Muslim gewesen, und der Prophet hatte ihn eines Tages zusammen mit einem Helfer ausgesandt, um die Armensteuer einzuziehen. Bei sich hatte er auch einen freigelassenen muslimischen Sklaven. Als sie einmal lagerten, befahl er diesem, einen Ziegenbock zu schlachten und ein Mahl zu richten. Er selbst legte sich schlafen. Als er aufwachte und der Freigelassene nichts vorbereitet hatte, ging er auf ihn los und tötete ihn. Danach fiel er wieder vom Islam ab und bekannte sich zur Vielgötterei. Er besaß auch zwei Singsklavinnen, Fartana und ihre Freundin, die über den Propheten Spottlieder sangen. Mohammed ordnete deshalb an, diese beiden zusammen mit Ibn Chatal zu töten.“16 Nichtglauben und Ironie konnte er nicht ertragen.

Literatur

Die ungefähre Bedeutung des Al – Qur’an an Al-Karim in deutscher Sprache – Aus dem Arabischen von Abu-r-Rida‘ Muhammed Ibn Ahmad ibn Rassoul, Köln 2000

Bastian Borstell in: Der Freitag vom 29.07.2013 | Fatah: Getötete Israelis immer „Zionisten“

Mark A. Gabriel, Israel in Gefahr – Der nächste Schachzug des Islam gegen die Juden, Gräfeling 2013

Hamed Abdel-Samad, Mohammed – Eine Abrechnung, München 2017

https://de.wikipedia.org/wiki/Banu_Quraiza

https://de.wikipedia.org/wiki/Chaibar

https://muslimwelt.wordpress.com/2007/12/30/%e2%80%9edie-stunde-wird-nicht-kommen-bis-die-muslime-die-juden-bekampfen%e2%80%a6%e2%80%9c/

Okusam (Verlag, Hrsg.), Ilmihal. Der gelebte Islam, Frankfurt am Main o.J.

Ibn Ishaq, Das Leben des Propheten, Stuttgart und Wien 1986

 

http://antikezukunft.de/2014/12/19/massakrierte-muhammad-900-juden-an-einem-tag/

http://www.eslam.de/manuskripte/vertraege/verfassung_von_medina.htm

http://www.islamheute.ch/medina.htm

http://www.ezw-berlin.de/html/15_7043.php

https://www.orientdienst.de/muslime/minikurs/schutzbefohlene/

1Das meint Mark A. Gabriel, Israel in Gefahr – Der nächste Schachzug des Islam gegen die Juden, Gräfeling 2013, S. 54

2Mark A. Gabriel, a.a.O., S. 68 f.

3https://de.wikipedia.org/wiki/Banu_Quraiza; Ibn Ishaq spricht in „Das Leben des Propheten“ zunächst von 600 bis 700 Enthaupteten und hält es dann für möglich, daß es mehr waren

4https://de.wikipedia.org/wiki/Chaibar sowie Ibn Ishaq, Das Leben des Propheten, Stuttgart und Wien 1986, S. 203. Der Jude Marhab wird hier von Ibn Maslama im Zweikampf erschlagen

5Vgl. Hamed Abdel-Samad, Mohammed – Eine Abrechnung, München 2017, S. 191

8Gemeint sind die Zoroastrier

9Okusam (Verlag, Hrsg.), Ilmihal. Der gelebte Islam, Frankfurt am Main o.J., S. 432

10 Ibn Ishaq, Das Leben des Propheten, Stuttgart und Wien 1986, S. 173 f.

16Ibn Ishaq, a.a.O., S. 218

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Main-Echo 08.06.2013

Zu streitbar für eine politische Zukunft Mahmud Ahmadinedschad: Irans ultrakonservativer Präsident hört nach zwei Amtszeiten auf – Neuwahlen am Freitag …. Herbst 2005: Auf einer Konferenz zu Israel sagt Ahmadinedschad, »das Besatzungsregime Jerusalems muss von den Seiten der Geschichte verschwinden«. Falsch übersetzt als »Israel muss von der Landkarte radiert werden« sorgt das Zitat für Empörung. Im Dezember bezeichnete er den Holocaust als Mythos. Damit geht er über die übliche Kritik an Israel hinaus. ….

Leserbrief: Antisemitismus im Iran

Über das Verhältnis von Muslimen und Juden im Iran schreibt Arye Sharuz Shalicar im Kapitel: “Die Kindheit meines Vaters in Babol im Iran”. Shalicar erlebte als jüdischer Junge auf einer Berliner Schule Ausgrenzung durch jugendliche Muslime. Babol liegt in Nord-Iran am Kaspischen Meer und hat etwa 200.000 Einwohner. “Im Gegensatz zur Berliner Mauer wurde die Mauer Babols nicht von irgendwelchen Machthabern gebaut… sondern vom Volk selbst. Offensichtlich wollten sich 95 Prozent der Bewohner von fünf Prozent der Stadt abgrenzen … Das lag daran, dass diese fünf Prozent nicht an den Propheten glaubten und nicht den Koran als heiliges Buch ansahen, sondern das Alte Testament, die Thora. Sie hatten andere Sitten und Gebräuche und feierten nicht dieselben Feste. Zudem sollten diese fünf Prozent Wucherer, Gauner und egoistische Menschen sein, so hatte es die Mehrheit gelernt.” Der Vater erzählt weiter: “Oftmals versammelten sich muslimische Jugendliche am Nachmittag. Doch anstatt zum Fußballspielen zu gehen oder ans Meer zu fahren, stellten sie sich in Reihe vor der Mahle-Mauer auf und warfen Steine auf unser Ghetto. Die Juden Babols lebten in ständiger Angst vor Gewaltausbrüchen seitens der Muslime. Wann und in welchem Ausmaß es dazu kam, war oft abhängig vom Befinden der Menschen, von dem momentanen wirtschaftlichen Situation. Wenn zum Beispiel die Arbeitslosigkeit zunahm oder die Ernte nicht abgab, was man sich erhofft hatte, suchte man Schuldige. Die fand man dann in den Juden und bestrafte sie dafür, indem man sie öffentlich anspuckte oder ihnen Schimpfwörter zurief.”

Hier wird nicht nur die Segregation der Juden im Iran beschrieben, sondern auch die Verachtung, die man ihnen entgegenbringt. Ähnliches beschreibt der Historiker J.J. Benjamin im 19. Jahrhundert über die Behandlung von Juden in Iran bis zurück ins 16. Jahrhundert: : “Sie sind gezwungen in den Außenbezirke der Stadt zu leben…; denn sie werden als unreine Kreaturen angesehen… Unter dem Vorwand, dass die Juden unrein sind, werden sie mit größter Brutalität behandelt und sollten sie eine Strasse betreten, die von Muslimen bewohnt ist, werden sie von einem Mob mit Steinen und Dreck beschmissen. Aus dem selben Grund ist es ihnen untersagt, bei Schnee und Regen das Haus zu verlassen. Denn der Regen könnte ihre Unreinheit auf den Boden übertragen und somit die Füße der Muselmanen verunreinigen… Wenn ein Jude auf der Strasse als solcher erkannt wird, wird er mit den schlimmsten Schimpfwörtern und Flüchen bedacht.” Klar wird, dass die geschilderten Tatsachen direkt in eine Holocaust – Karikaturen – Ausstellung führen können.

Schauer, geschrieben: 21.03.2015 11:40, auszugsweise in Main-Echo online, in der Print-Ausgabe des Main-Echo erschienen am 1.4.2015 “Segregation und Verachtung gegen Juden im Iran”; Bezugsartikel: “Ausstellung mit Karikaturen zum Holocaust?”, in: Main-Echo vom 27.2.2015

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nordbayern.de 6.11.2012

Gaza – Im palästinensischen Gazastreifen ist ein Krokodil nach jahrelanger Flucht durch die Kanalisation eingefangen worden…..Viele Menschen verdächtigten sogar die Israelis, ihnen das gefährliche Tier auf den Hals gehetzt zu haben.

Schauer, Christian schrieb am 12.11.2012

Dass das Krokodil von Israel eingeschleust wurde, reiht sich ein in sonstige abenteuerliche Unterstellungen. Beispiele: Der syrische Verteidigungsminister, Mustafa Tlas, veröffentlichte 1986 ein Buch mit dem Titel “The Matzah of Zion” (Matze: ungesäuertes Passah-Brot der Juden), in welchem er ernsthaft behauptet, dass Juden dass Blut eines christlichen Mönchs verwenden, um Matze zu backen … Während des muslimischen Fastenmonats Ramadan strahlte der Hisbollah- Sender al-Manar eine antisemitische Serie aus, die an die “Protokolle der Weisen von Zion” angelehnt ist und behauptet, die Juden hätten einen geheimen Plan zur Weltbeherrschung. In einer Episode wird ein jüdischer Ritualmord an einem christlichen Kind dargestellt, der dazu diene, “aus seinem Blut Matzen für Pessach zu backen”. Eine «dokumentarische» Spielfassung der «Protokolle der Weisen von Zion» lief 2002 zu Ramadan im ägyptischen Fernsehen und weiteren arabischen Sendern unter dem Titel «Reiter ohne Pferd». In dieser Geschichte der «jüdischen Weltverschwörung», die um 1900 spielt, geht es um einen Kampf zwischen einer bärtigen Versammlung jüdischer Honoratioren, die finstere Pläne zur Beherrschung der Welt entwirft, und jungen Studenten der Kairoer Universität. Diese sorgen unter der Führung eines Palästinensers dafür, dass eine wichtige Enthüllungsschrift, eben die «Protokolle der Weisen von Zion», ins Arabische übersetzt, den Massen endlich die Augen öffnet.

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Ausschreitungen gegen Flüchtlinge aus Afrika in Israel – Berichte vom 25.5.2012 – Einschätzung Israel ist für Flüchtlinge aus afrikanischen Krisengebieten ein wichtiges Ziel- und Transitland – etwa für Menschen, die aus Eritrea oder dem Sudan fliehen. Viele versuchen von dort aus weiter nach Europa zu fliehen. Andere Fluchtrouten konnte die Europäische Union erfolgreich blockieren. In Israel droht den Schutzsuchenden die Abschiebung in das Herkunftsland. Publik wurden in letzter Zeit regelmäßig Vorfälle von Misshandlungen von meist eritreischen und sudanesischen Schutzsuchenden durch Menschenhändler auf ihrem Fluchtweg nach Israel. Seit knapp zwei Jahren reißen die Berichte von Entführungen, Erpressungen, Folter und Todesfällen von Flüchtlingen im Sinai nicht ab. Schaffen es die Flüchtlinge über die Grenze nach Israel, droht ihnen dort die Inhaftierung. Im Januar 2012 verabschiedete die israelische Regierung ein Gesetz, das die Inhaftierung von „irregulären Einwanderern“ von bis zu drei Jahren erlaubt. Das Land verfügt erst seit 2008 über ein eigenes Asylverfahren, zuvor war allein UNHCR für die Prüfung von Asylbewerbern zuständig. Eine israelische Behörde nahm ihre Arbeit erst 2009 auf. Es gibt Berichte von eklatanten Missständen im israelischen Asylverfahren. Seit Bestehen des israelischen Asylverfahrens wurde gerade einmal ein einziger Flüchtling als schutzbedürftig anerkannt. Ein Minusrekord, bei dem man an die Verantwortlichen appellieren muss, humanitäre Mindeststandards zu garantieren.

Als Kommentar erschienen zum taz-Artikel Rassismus in Israel (25.5.2012) Rausschmiss statt Arbeitserlaubnis -Rechte Regierungspolitiker in Israel hetzen gegen illegale Einwanderer aus Eritrea und dem Sudan. Zuvor hatten junge Israelis Einwanderer angegriffen.- von Susanne Knaul 02.06.2012 13:19 Uhr , Leserbrief in taz-Druckausgabe 6.6.2012

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Leserbrief zur Grass-Debatte, erschienen im Main-Echo vom 11.4.2012 „Will der Iran Frieden?“ Der Präsident des Iran von 1989 bis 1997 Rafsandjani äußerte während einer Rede anlässlich des Al – Quds -Tages in Teheran am 13.Dezember 2001 zum Zielort einer iranischen Bombe:“Die Anwendung einer einzigen Atombombe würde Israel völlig zerstören, während sie der islamischen Welt nur begrenzte Schäden zufügen würde. Die Unterstützung des Westens für Israel ist geeignet, den Dritten Weltkrieg hervorzubringen, der ausgetragen wird zwischen den Gläubigen, die den Märtyrertod suchen, und jenen, die der Inbegriff der Arroganz sind.” Atomwaffen im Besitz des Iran würden im Hinblick auf Israel „nicht nur zur Abschreckung dienen.“ Äußern sich so Menschen, die einen Frieden wollen?

Christian Schauer

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Leserkommentare(taz) 08.09.2011 von Schauer, Christian: Leserbrief zu: „Fünf Fragen an Deutschland“, in: Tageszeitung vom 1.9.2011

Herr Vidal führt ein Buch an, wonach die überwiegende Mehrheit der Palästinenser am Kampf der Alliierten gegen Nazideutschland teilgenommen hat, während die Kollaboration des Muftis von Jerusalem und seiner SS-Legion, die ausschließlich aus Muslimen vom Balkan bestand, ein marginales Phänomen darstellte. Er unterschätzt die Sympathien der Palästinenser für den Nationalsozialismus enorm. Der deutsche Konsul in Jaffa, Timotheus Wurst, meinte im März 1936 zu den muslimischen Palästinensern, sie seien „aufs tiefste beeindruckt durch faschistische, vor allem nationalsozialistische Lehren und Anschauungen. Der Nationalsozialismus mit seinen judenfeindlichen Ansichten hat bei den Arabern Palästinas, die sich in einem verzweifelten und fast aussichtslosen Abwehrkampf gegen den Zionismus befinden, verwandte Saiten anklingen lassen. Faschismus und Nationalsozialismus sind auch bei den Arabern vielfach zu Maßstäben geworden, an denen alle übrigen politischen Systeme und Lehren gemessen werden, und Adolf Hitler ist zweifelsohne in den Augen vieler Araber der bedeutendste Mann des 20. Jahrhunderts schlechthin. So groß ist die Volkstümlichkeit unseres Führers, dass es wohl kaum einen Arabergibt, und sei es der einfachste Fellache, der den Namen Hitler nicht kennt.“ Besonders aktive Nationalsozialisten waren die Pfadfinder und die Istiqlal -Partei, deren Führer sich intensiv mit der Lektüre von „Mein Kampf“ befasst hat. Nach Schätzungen gut unterrichteter Kreise unterstützten in der damaligen Zeit etwa 60 Prozent der Nichtjuden Palästinas die Nationalsozialisten.

Christian Schauer

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Leserbrief zu „Streit um Grabstätten“, in: Der Heimatbote vom 2.3.2010 Der Brief erschien im „Heimatboten” vom 6.3.2010

Religiöser Fundamentalismus in Israel wird unter anderem von der Gush Emunim vertreten. 1974 wurde die Gush Emunim gegründet, die jeden Kompromiß mit den Arabern ablehnt. Durch die Anlage illegaler Siedlungen in den besetzten Gebieten sollten vollendete Tatsachen geschaffen werden. Führer waren Anhänger von Rav Zvi Yehuda Kook. Nach dem Sieg des Likud 1977 hatte die Gush Emunim wichtige Sympathisanten in staatlichen Stellen. Man schuf ein eigenes Schulsystem mit einer umfassenden Lebensethik, deren Regeln sich religiös definierten. Sie erhöhten die Zahl der Märsche in den besetzten Gebieten. Aktiv war die Bewegung an der Kolonisierung „Judäa- Samarias“ beteiligt. Ein wichtiger Erfolg war die Gründung der Siedlung Elon Moreh in der Nähe von Nablus, die 1976 endgültig legalisiert wurde. Siedlungsversuche gab es nach dem Sechstagekrieg in Hebron. Radikale Juden besetzten unter Führung von Rabbi Mosche Levinger ein Hotel.1970 entstand in der Nähe von Hebron eine jüdische Stadt namens Kyriat Arba, deren Bewohner die Gush Emunim unterstützten. Nach dem Sieg von Menachem Begin 1977 begann eine verstärkte Siedlungstätigkeit. In Elon Moreh erklärte der Likud-Sturkopf: „Es werden noch viele weitere Elon Morehs folgen.“ Seit 1980 waren die Gush Emunim terroristisch. Führer des radikalen Flügels war Moschee Levinger, der den Terror begrüßte, Yoeil Bin-Nun kritisierte den wahllosen politischen Mord. Die Zerschlagung des Untergrund-Netzwerkes der Gush Emunim förderten ein erstaunliches Komplott ans Tageslicht. Die jüdischen Terroristen planten, die Moscheen am Jerusalemer Tempelplatz in die Luft zu sprengen. Die Sprengung könnte mehrere hundert Millionen Muslime zum Jihad veranlassen. Es käme zum Kampf zwischen Gog und Magog nach Logik der Gush Emunim. Der Sieg Israels könnte das Kommen des Messias vorbereiten. Das Ganze klingt doch reichlich wahnsinnig. Zu den Befürwortern gehört Dan Be’eri, der sich an den ersten Siedlungsversuchen in Elon Moreh 1976 beteiligte. Der Plan zur Moscheen-Sprengung erschien ihm als Resultat der Lektüre von heiligen Schriften. 1984 werden die Tempelplatzverschwörer identifiziert und festgenommen.

Die Gush Emunim wirkte 1990 in einer religiös konservativen Koalition weiter. Nach der Sichtweise der Extremisten haben die Nicht ­-Juden kein Recht auf Israel, das dem auserwählten Volk verheißene Land. Ziel ist hier die Vertreibung der Palästinenser. Diese Bewegung und andere Siedler sind komplementär zu Hamas – jeglicher Kompromiß wird ausgeschlossen. Der Likud, der jetzt regiert, gewährt diesen Bewegungen viel zu viel Raum.Immer weiter die Palästinensergebiete im Westjordanland zu besiedeln, das kann nicht gut gehen.

Christian Schauer

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Main-Echo 24.2.2010 (Auszug) »Imam hat eine empfindliche Grenze überschritten« Religion: Generalsekretär der Frankfurter Gemeinde kann Inhalt der anti-israelischen Predigt nicht vertreten Frankfurt Der frühere Imam der Frankfurter Fatima-Zehra-Moschee hat nach Überzeugung der Mehrheit der Gemeinde mit seiner anti-israelischen Predigt eine »empfindliche Grenze« überschritten. Dies sagte der Generalsekretär der Hazrat-Fatima-Zehra-Gemeinde, Ünal Kaymakci, gestern in Frankfurt.

Leserbrief schauer

Imam hat eine empfindliche Grenze überschritten Die vom Frankfurter Imam in seiner Predigt im September 2009 vorgetragenen Äußerungen zum Palästinakonflikt sind keine Einzelmeinung in der muslimischen Welt. Die darin geäußerten Schwarz-Weiß-Raster lassen sich wie folgt zusammenfassen: Muslime sind immer unterdrückt und restlos unschuldig, der Westen (Imperialismus) ist restlos negativ. Die Gründung Israels wird in einen Topf mit der aktuellen Politik der USA geworfen (Irak, Afghanistan), die durchaus kritikwürdig ist. Die zweitausend Jahre lange Verfolgung der Juden wird nicht zum Thema gemacht, das heißt die Frage nicht aufgeworfen, wohin die Juden nach ihrer Vernichtung im Zweiten Weltkrieg und dem hohen Ausmaß an Kollaboration hätten gehen sollen. Auch sollte angeführt werden, dass der Holocaust auch in Palästina stattgefunden hätte, wenn es nach dem Willen der mit dem Dritten Reich verbündeten Führung der Palästinenser (Mufti Amin Al Husseini) gegangen wäre.* Wie überhaupt die Zustimmung für das Dritte Reich im arabischen Raum sehr groß war. Die eigene gewaltsame Ausbreitung des Islam im 7. Jahrhundert wird auch nicht thematisiert und schon gar nicht kritisiert. Einen Grund, auch nur einen Quadratkilometer israelischen Staat anzuerkennen, gibt es nicht, da der Holocaust entweder geleugnet, relativiert oder verharmlost wird. Im ganzen muslimischen Raum sollte es keinen nicht-muslimischen Staat geben. Der Quds Tag ist der Tag des gewaltsamen Sieges des Islam („Tod Israel“- Rufe im Iran). Besonders plastisch forderte der gegenwärtige iranische Präsident Ahmadinedschad am 26. Oktober 2005 in Teheran: „Das Regime, das Jerusalem besetzt hält, muss aus den Annalen der Geschichte getilgt werden.“ Ist es wirklich so, dass die Gewalt immer nur von einer Seite ausging?

Christian Schauer, geschrieben: 11.04.2010, ME online

* Großmufti Amin al Husseini war Agent der faschistischen Achse. Hier ein Auszug aus einer Rede vor den Imamen der bosnischen SS-Division vom 4.10.1944 Verhältnis zu den Juden: In der Bekämpfung des Judentums nähern sich der Islam und der N.S. einander sehr. Fast ein drittel des Koran beschäftigt sich mit den Juden. Er hat alle Moslime aufgefordert sich vor den Juden in acht zu nehmen, und sie wo man sie treffen mag zu bekämpfen. Die Juden haben in Kheibar versucht, den von Gott gesandten Mohamed zu vergiften und verschiedene Attentate gegen ihn unternommen oder unternehmen lassen, die alle misslungen sind. Alle Versuche Mohameds sie zur Vernunft zu bringen waren erfolglos, sodass er sich endlich gezwungen sah, die Juden zu beseitigen und sie aus Arabien hinauszujagen.

Amin al-Husseini

Amin al-Husseini

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Leserbrief zu „Kampf geht weiter – Hamas feiert ihren 22. Gründungstag“, in: Der Heimatbote vom 15.12.2009 – Der Brief erschien im „Heimatboten“ vom 19. 12.2009

Die Islamistische Widerstandsbewegung Hamas wurde 1987 als palästinensischer Zweigder Muslimbruderschaft gegründet. 1988 veröffentlichte sie ihre bis heute unverändert gültige „Charta“. Sie kennzeichnet darin ihren Djihad als antijüdischen Kampf der Islamisten schlechthin. In der Charta heißt es dazu: „Dieser Djihad verbindet sich mit dem Impuls des Märtyrers Izz a-din al-Quassam und seinen Brüdern in der Muslimbruderschaft, die den Heiligen Krieg von 1936 führten; er ist darüberhinaus (…) mit dem Djihad der Muslimbrüder während des Kriegs von 1948 verbunden, wie auch mit den Djihad-Operationen der Muslimbrüder von 1968 und danach. (…) Der Prophet – Andacht und Frieden Allahs sei mit ihm, – erklärte: Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten; bevor sich nicht die Juden hinter Felsen und Bäumen verstecken, welche ausrufen: Oh Muslim! Da ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt; komm und töte ihn! (…)“

In der Charta werden die Protokolle der Weisen von Zion als ein authentisches Dokument präsentiert. Die Juden werden als das Weltübel schlechthin gesehen und nicht nur für die Französische Revolution und den Ersten Weltkrieg, sondern auch für den Zweiten Weltkrieg, die Ausbeutung der Dritten Welt durch den Imperialismus und den Drogenschmuggel verantwortlich gemacht. Die Hamas definiert sich als „universelle“ Bewegung und als „Speerspitze und Avantgarde“ im Kampf gegen den „Weltzionismus“. Aziz ar-Rantisi, einer der Gründer und zwischenzeitlich der Führer der Hamas, bezeichnete den Holocaust als die größte aller Lügen, als Propaganda, welche die Zionisten über die Medien verbreiteten. Er führte zudem aus, dass die Ermordung vieler Juden durch die Nationalsozialisten von den Zionisten unterstützt worden sei, um die Juden zum Auswandern nach Palästina zu zwingen. Die Holocaust-Leugnung ist in manchen arabischen Ländern eine gängige Haltung. Hier einige Beispiele: Präsident Gamal Abdel Nasser im Mai 1964 in der „Deutschen Nationalzeitung”: „ Die Lüge von den sechs Millionen ermordeten Juden wird von niemandem ernst genommen.“ Der amtierende Palästinenserpräsident Mahmut Abbas ist ebenfalls Holocaust – Relativierer. Er schrieb 1983 eine Doktorarbeit über “Die geheimen Beziehungen zwischen Nazis und der Führung der Zionistischen Bewegung”, in der er behauptete: Nicht sechs Millionen, sondern maximal 890.000 Juden seien in den nationalsozialistischen Lagern ermordet worden. Sie seien Opfer eines zionistisch-nazistischen Komplotts gewesen. Die Zionisten hätten den Holocaust gewollt, um ihn als Druckmittel zur Schaffung des Staates Israel zu verwenden. Al Ahram“ am 2. Februar 1998: Es waren „niemals … mehr als 70.000 Juden in Auschwitz“. Palästinensische Zeitschrift ‚al Hayat Al Jadidah“ am 2. Juli 1998: „Die Wahrheit aber ist, dass die Verfolgung der Juden ein Mythos ist, den die Juden Holocaust genannt haben, um ihn auszubeuten und so Sympathiezu gewinnen.“ Al Akbar“ am 14. Juli 1998: “Israel hat seinen Staat auf eine Fülle von Mythen und Lügen aufgebaut. Deshalb waren die zionistischen Organisationen so angsterfüllt, als Roger Garaudy über die Lüge schrieb, dass die Juden im Zweiten Weltkrieg in Gaskammern vernichtet worden seien.“

Christian Schauer, Neuwiesenstraße 14, 63755 Alzenau

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Leserbrief zu: „Im Belfast des Nahen Ostens“, in: Main-Echo vom 14.7.2009; erschienen am 31. Juli 2009 im Main-Echo unter dem Titel: „Theaterstück weist Weg zur Versöhnung“

Die jüdische Gemeinde in Hebron rangiert ganz oben bei dem, was gemeinhin unter dem Phänomen “radikal-fanatische Siedler“ verzeichnet wird. Ungefähr Tausend leben im Zentrum der zweitgrößten Stadt im Westjordanland. Hebron ist für das Judentum eine heilige Stätte. Erwähnt sei das Patriarchengrab, die Machpela, wo Abraham begraben liegt. Dass der auch Stammvater der anderen beiden großen monotheistischen Religionen ist, spricht für potentiell Verbindendes. Dieses Verbindende wird jedoch häufig nicht erreicht. Extremes Beispiel ist der Extremist Baruch Goldstein, der 1994 29 muslimische Palästinenser erschoß. Er wird von den Siedlern als „Märtyrer“ verehrt. Diese Siedlerbewegung ist der eine Teil der Unversöhnlichkeit in dieser Stadt.

Der palästinensische Extremismus auf der anderen Seite kam in einem großen Massaker 1929 zum Ausbruch. Am 23. August kam es zu einem heftigen arabisch- jüdischen Zusammenstoß in Jerusalem, hinter dem die Agitation des Großmufti von Jerusalem, Hadj Amin el-Husseini stand. Die Unruhen griffen auf andere Städte über. Am schlimmsten waren die arabischen Massaker in Hebron und Safed. Allein dem Massaker von Hebron fielen 67 Juden zum Opfer. Die Massaker standen unter dem Zeichen von martialischen Schlachtrufen wie „Palästina ist unser Land, und die Juden sind unsere Hunde“ oder „Das Gesetz Muhammads wird mit dem Schwert durchgesetzt“ sowie „Wir sind wohlbewaffnet und werden euch mit dem Schwert töten“. Auch in Jerusalem, Jaffa und Safed fanden an diesem Tag Massaker statt .In Safed wurden 20 Juden getötet. Vielleicht bietet das Theaterstück Hebron von Tamir Greenberg einen zumindest fiktiven Ausweg. Das Stück beginnt mit der Ermordung eines jüdischen und eines arabischen Kindes. Die Mütter weigern sich, die Leichen Ihrer Kinder sofort beerdigen zu lassen, und rebellieren somit gegen die Regeln der jeweiligen Religion. Ein Zirkel von Rache und Zerstörung folgt, wobei die Angehörigen der beiden betroffenen Familien nicht nur in ihrem Hass, sondern auch in ihrem hilflosen Schmerz porträtiert werden. In Ayala, der jungen Tochter der jüdischen Familie, in Mahdi, dem behinderten Sohn der palästinensischen Familie und einem Waisenjungen personifiziert sich die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Gemeinsam verlassen sie die zerstörte Stadt. „Wenn Olivenbäume um Gnade flehen“, titelte ein Rezensent über die nahezu unmögliche, aber in diesem Ausnahmestück realisierte Verbindung von ungeschminktem Realismus und nachdenklicher Phantasie. Als “Hebron” in Israel aufgeführt wurde, kam es jeden Abend zu Demonstrationen der Anhänger der Rechten. Tamir Greenberg –der ungeliebte Autor- wurde bedroht. Im Parlament sowie in den Medien kamen Diskussionen auf. Zwei Politiker von rechts und von links veröffentlichten gemeinsam einen Aufruf, dass jeder Israeli und jeder Palästinenser sich dieses Stück anschauen solle. Es ist bis heute das einzige hebräische Theaterstück, das ins Arabische übersetzt und in Palästina als Buch herausgebracht wurde.

Christian Schauer

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Wie könnte ein Frieden aussehen?

Bei der Frage, ob dieser Krieg Israels gegen die Hamas, der zum Jahreswechsel schon über 300 Menschen das Leben gekostet hat, darunter wie immer vielen Unschuldigen, nötig ist, sollte jeder zunächst die Charta der Hamas (ihr Programm) studieren, um sich dann selbst diese Frage zu beantworten.

In der Charta heißt es unter anderem:

Artikel 7: Weil Muslime, die die Sache der Hamas verfolgen und für ihren Sieg kämpfen (…), überall auf der Erde verbreitet sind, ist die Islamistische Widerstandsbewegung eine universelle Bewegung. (…) Hamas ist eines der Glieder in der Kette des Dschihad (“Heiliger Krieg”), die sich der zionistischen Invasion entgegenstellt. Dieser Dschihad verbindet sich mit dem Impuls des Märtyrers Izz a-din al-Quassam und seiner Brüder in der Muslimbruderschaft, die den Heiligen Krieg von 1936 führten; er ist darüber hinaus (…) mit dem Dschihad der Muslimbrüder während des Kriegs von 1948 verbunden, wie auch mit den Dschihad-Operationen der Muslimbrüder von 1968 und danach. (…) Der Prophet – Andacht und Frieden Allahs sei mit ihm – erklärte: Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten; bevor sich nicht die Juden hinter Felsen und Bäumen verstecken, welche ausrufen: Oh Muslim! Da ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt; komm und töte ihn! (…)

Artikel 13: Ansätze zum Frieden, die sogenannten friedlichen Lösungen und die internationalen Konferenzen zur Lösung der Palästinafrage stehen sämtlichst im Widerspruch zu den Auffassungen der Islamischen Widerstandsbewegung. Denn auf irgendeinen Teil Palästinas zu verzichten bedeutet, auf einen Teil der Religion zu verzichten; der Nationalismus der Islamischen Widerstandsbewegung ist Bestandteil ihres Glaubens. (…) Für die Palästina-Frage gibt es keine andere Lösung als den Dschihad. Die Initiativen, Vorschläge und Internationalen Konferenzen sind reine Zeitverschwendung und eine Praxis der Sinnlosigkeit. Das palästinensische Volk aber ist zu edel, um seine Zukunft, seine Rechte und sein Schicksal einem sinnlosen Spiel zu unterwerfen.

Artikel 32: Der Weltzionismus und die imperialistischen Kräfte haben mit klugen Schritten und bewusster Planung versucht, die arabischen Länder aus der Kampfarena gegen den Zionismus wegzustoßen, um letztendlich das palästinensische Volk zu isolieren. Ägypten wurde bereits hauptsächlich mit Hilfe des betrügerischen Camp- David-Abkommens aus dem Konflikt geworfen und es hat versucht, auch andere Länder in ähnliche Abkommen zu ziehen, um sie aus dieser Kampfarena auszuschließen.Hamas ruft die arabischen und islamischen Völker dazu auf, ernsthaft und unermüdlich zu handeln, um dieses schreckliche Komplott zu durchkreuzen und den Massen die Gefahr vor Augen zu halten, die mit dem Austritt aus der Kampfarena gegen den Zionismus verbunden ist. Heute ist es Palästina – und morgen könnten es andere Länder sein.

Wie könnte ein Frieden zwischen Israel und der Hamas aussehen? Christian Schauer, Neuwiesenstraße 14, Alzenau (Inwiefern die Charta von 1988 heute noch tatsächlich Bedeutung für die Hamas-Positionen hat, ist umstritten. Ungeachtet dessen ist sie weiterhin gültig. Anmerkung der Redaktion)

Main.-Echo 6.1.2009

Empfohlener Link

http://www.boell.de/worldwide/middleeast/middle-east-5929.html

http://www.main-echo.de/ueberregional/politik/art4206,646395

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Veröffentlicht 6. Mai 2012 von schauerchristian in Nahost - Konflikt

Wissenswertes aus der Geschichte des jüdischen Volkes

Wissenswertes aus der Geschichte des jüdischen Volkes

Vom letzten Viertel des 4. Jahrhunderts bis zum ersten des 6. Jahrhunderts, also etwa 150 Jahre lang, bestand in Himjar ein mächtiges monotheistisch-jüdisches Königreich– man schreibt die Konversion des himjarischen Königshauses Abu Karib Assad zu, der wahrscheinlich von 390 bis 420 herrschte. Bei einem Feldzug in den Norden der Insel konvertierte er zum Judentum. Vom Sohn des Assad, Surahbi’il Ya’fur, gibt es ein Zeugnis aus dem Jahre 440, in dem sein Judentum dokumentiert wird. „der Herr des Himmels und der Erde“ habe ihm seine Unterstützung zuteilwerden lassen. Der Ausdruck „Der Barmherzige“ taucht in weiteren Inschriften aus dieser Zeit auf. Im Norden von Himjar wurde der christliche Missionar Azkir hingerichtet. Azkir wurde von Regierungsbeamten festgenommen, nachdem er ein christliches Gebetshaus errichtet hatte. Das Christentum hatte sich schon früher in der Stadt festgesetzt. Ein abschreckendes Beispiel war vonnöten. Nach dem Tode von König Surahbi’ìl Yakkaf sank der Stern des Reiches von Himjar. Die Söhne mußten sich dem Druck der Äthiopier beugen. Die Auseinandersetzung zwischen Himjar und dem äthiopischen Aksum war Ausdruck politischer und und wirtschaftlicher Gegensätze.

Nach einigen Jahren christlicher Vorherrschaft kehrte das Judentum unter dem letzten jüdisch- himjarischen Herrscher Du-Nuwas an die Macht zurück. Die Quellen über diesen König sind besonders ergiebig. Der König ist quellenmäßig gut dokumentiert. Sein Krieg gegen das äthiopische Reich war brutal. Du-Nuwas wurde wahrscheinlich 518 geboren. Gegen den von Äthiopien gestützten Vizekönig entfesselte er einen Aufstand. Es gelang ihm, Zafar einzunehmen. Nach seinem Sieg konvertierten viele zum Judentum. Die aufständische Stadt Najran wurde belagert und erobert. Ella Asbeha, der Herrscher von Aksum, erklärte dem jüdischen Himjar nach dem Tod vieler Christen den Krieg. Unterstützung gewährte Byzanz, das Schiffe zur Verfügung stellte. 525 wurde Du-Nuwas nach langem, harten Kampf besiegt.Die Hauptstadt Zafar wurde zerstört, 50 Mitglieder der Herrscherfamilie gerieten in Gefangenschaft. Einige Jahre später scheiterte ein letzter Aufstand. Nach 570 eroberten die Perser das Reich. Die Proselytengemeinde von Himjar bestand auch unter persischer Herrschaft weiter. Nach Ankunft von Mohammeds Armee 629 warnte der Prophet seine Heerführer in einem Brief, Christen und Juden nicht zu zwingen, zum Islam überzutreten. Die Art der Steuern für die Juden belegt, daß viele von der Landwirtschaft lebten. Es gelang der Gemeinde von Himjar dank der theologischen Verbindung nach Babylon, bis ins 20. Jahrhundert zu überleben.

 

Königin Kahina. Sie leistete Widerstand gegen die muslimischen Eroberer. Sie war eine zum Judentum konvertierte Berberführerin, als Magierin wurde sie „Priesterin“ (Kahina) genannt. Sie herrschte eisern über ihr Reich. Als sie Muslime erneut versuchten, Nordafrika zu erobern, vereinigte sie 689 einige starke Stämme und besiegte das Riesenheer von Hassan ben Al-Nu`maan. 694 drehten die Muslime den Spieß um und töteten die kampferprobte Kahina. Diese hatte eine Strategie der verbrannten Erde angewandt. Städte und Dörfer wurden dem Erdboden gleichgemacht. Ihre Söhne konvertierten zum Islam. Die Erinnerung an sie wird in Mythen und Geschichten wachgehalten.

 

Auch die dritte große jüdische Gemeinschaft der Vergangenheit, die in Osteuropa, stammt laut Sand nicht von den Juden aus Eretz Israel ab. Sand bringt die Geschichte des jüdischen Großreiches der Chasaren, vom 10. bis 13. Jahrhundert zwischen Krim, Wolga und Kaspischem Meer gelegen, ins Spiel. Im Chasarenreich bildete sich laut Sand nach der Konversion des chasarischen Königs, des Kagan, zum Judentum allmählich eine eigene jüdische, turksprachige Volksgruppe heraus, die beim Einfall der Mongolen nach Westen floh und sich mit der slawischen Bevölkerung vermischte. Gerade über das jüdische Chasarenreich ist die Quellenlage eindeutig. Sand widerlegt damit die gängige These von der Herkunft der osteuropäischen Juden aus «Aschkenas», d.h. Dem deutschsprachigen Raum. «In den Gemeinden in Köln, Mainz und Worms gab es im 13. Jahrhundert nur einige Tausend Juden. Es kann also vom demografischen Gesichtspunkt her gar nicht sein, dass so viele Juden nach Osten emigrierten und dort ein Volk von Millionen Juden bildeten», erläutert Sand. Er beruft sich dabei unter anderem auf die These der Tel Aviver Linguisten Paul Wexler und anderen, wonach die jiddische Sprache nicht identisch mit dem Judendeutsch des Mittelalters sei. Jiddisch ist laut Wexler eine slawische Sprache mit deutschem Sprachwortschatz und ein Ausdruck der sozioökonomischen Symbiose zwischen deutschen Siedlern und Juden des Spätmittelalters im Gebiet der heutigen Ukraine und Polens. Auch zionistische Historiker wie der vierte israelische Bildungsminister Benzion Dinur wussten das noch in den 1950er Jahren.

Kunde vom Reich der Chasaren gibt ein Brief von Hasdai Ibn Schaprut (915 – 975), Arzt und Staatsmann am Hof des Kalifen Abd Al-Rahman in Cordoba an König Joseph Ben Aharon, den König der Chasaren. König Joseph antwortet, indem er seine Herkunft und die Grenzen seines Reiches bescheibt: „In deinem Brief fragtest du, von welchem Volk, von welcher Familie und von welchem Stamme wir sind. Wisse, dass wir Nachkommen des Japhedt und seines Sohnes Togarma sind. (…) Es heißt, dass damals meine Vorfahren nur wenige waren, und der Herr gaben ihnen Kraft und Heldenmut, und sie führten Krieg gegen viele uns sehr starke Völker, und mit der Hilfe des Herrn vertrieben sie sie und nahmen ihr Land ein (…) Danach vergingen Generationen, bis König Bulan an die Macht kam, ein weiser und gottesfürchtiger Mann, der zutiefst gläubig war, er befreite das Land von den Götzenanbetern und den Magiern und ruhte unter Gottes Fittichen. (…) Der König nahm alle seine Minister und seine Sklaven und sein ganzes Volk und sagte ihnen all das. Und sie hielten es für gut, sie nahmen das Urteil an und versammelten sich vor der Gottheit. (…) Danach kam ein König an die Macht, der ein Nachkomme seiner Nachkommen war, er hieß Ovadia, ein geradliniger Gerechter, er erneuerte das Königreich und setzte das Gesetz in Kraft, er edrbaute Versammlungs- und Lehrhäuser und versammelte dort viele Weise Israels.“

Die Geschichte der Chasaren beginnt im 4. Jahrhundert nach Christus, als nomadisierende Stämme mit den Hunnen nach Westen zogen.Später errichteten sie ein riesiges Imperium in den Steppen entlang der Wolga und im nördlichen Kaukasus, das sein Ende im 13. Jahrhundert fand, als der Mongolensturm die Überreste dieses einzigartigen Staatswesens vernichtete. Die Chasaren waren ein Verbund starker Clans türkischer oder hunno-bulgarischer Herkunft, die sich mit den Skythen vermischten, die seit Jahrhunderten die Berge und Steppen zwischen dem Schwarzen und Kaspischen Meer bevölkert hatten. Seit dem 6. Jahrhundert tauchten die Chasaren erst in persischen, dann auch in muslimischen Quellen auf. Ihr Einfall führte sie bis in die Gegend von Mossul im heutigen Irak. Zu Beginn des 7. Jahrhunderts schlossen die Perser ein Bündnis mit ihnen, der König heiretete die Tochter des Chasarenherrschers, der wiederum den Persern den Bau von Festungen an den Kaukasuspässen erlaubte. Der Großkahn der Chasaren unterhielt vielfältige Beziehungen mit dem byzantinischen Kaiserreich. Der künftige Kaiser Justinian II. floh Ende des 7. Jahrhunderts ins Chasarenreich und heiratete eine getaufte Chasarenprinzessin namens Theodora, die später als Kaiserin großen Einfluß erlangte. Es blieb nicht das einzige Ehebündnis zwischen diesen beiden Staaten. 733 fand diese außergewöhnliche Eheschließung statt. Der Sohn wurde später Leo der Chasar genannt. 730 kamen die Chasaren bis Mossul. Kalif Marwan II. Erreichte danach eine kurzzeitige Islamisierung des damals noch heidnischen Chasarenreiches. Das chasarische Staatswesen verfügte über eine höchst originelle Doppelspitze- einen heiligen und erhabenen König und einen aktiven, säkularen Herrscher.

Ein Chronist schildert das Chasarenreich 932 folgendermaßen: „Was ihre Staatsordnung und ihre Regierungsgewalt angeht, so wird ihr Herrscher als Großkahn Chasar bezeichnet, und er steht höher als der Chasarenkönig. Doch der König ernennt ihn. Wenn sie ihn zum Großkahn machen wollen, gehen sie zu ihm hin und würgen ihn mit einem Seidenband, bis er beinahe erstickt, und dann fragen sie, wie lange willstr du herrschen? Und er sagt: So und so viele Jahre. Und wenn er vor Ablauf dieser Zeitspanne stirbt, (dann ist es gut) und wenn nicht, dann töten sie ihn, wenn er dieses Jahr erreicht. Nur Sprösslinge aus bekannten Familien können Großkahn werden. Er besitzt keine wirkliche Macht, sondern man bewundert ihn und betet ihn an, wenn man zu ihm geht. Zu ihm kommt niemand außer einigen wenigen, wie etwa der König und diejenigen von seinem Rang. (…) Und niemand, der nicht am Judentum festhält, kann Großkahn werden.“

 

Es gibt Einschätzungen, wonach die Chasaren schon 740 zum Judentum übergetreten sind. Dafür gibt es keine Belege. Im Jahr 864 besagt ein Dokument, dass „alle chasaren (gazari) die jüdischen Gesetze befolgen.“ Zwischen der Mitte des 8-und 9. Jahrhunderts erklärten die Chasaren das Judentum zu ihrer einzigen Religion. In dem Brief von König Joseph wird der Übertritt als mehrstufige Handlung beschrieben. Zunächst wird König Bulan von der Richtigkeit des Judentums überzeugt und entschließt sich zur Konversion. Erst König Ovadia, ein Enkel oder Urenkel, führte „das Gesetz als staatliches und religiöses Gesetz“ ein: Zudem ließ er Synagogen und Lehrhäuser erbauen. Grabinschriften auf dem Gebiet des ehemaligen Chasrenreiches belegen die weite Verbreitung des Judentums; es gab jedoch auch viel Synkretismus. Viele gehen davon aus, daß das Chasarenreich in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts zerstört worden ist. Großfürst Swjatoslaw I. Von Kiew besiegte 965 (oder 969) die den Don beherrschende chasarische Stadt Sarkel (eine Festungsstadt). In der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts verlor das Chasrenreich seine Vormachtstellung. 1016 überfiel das vereinte byzantinisch-russische Heer das jüdische Reich und versetzte ihm einen weiteren schweren Schlag. Im 13. Jahrhundert entstand unter den Mongolen ein kleines chasarisches Reich. Nach der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts wird es still um das Chasarenrteich. Es verschwand im Dunkel der Geschichte.

 

Sevilla war gegen Ende des Mitelalters die volkreichste Stadt Spaniens geworden. Seit 1378 predigte der Erzdiakon von Sevilla, Ferrando Martínez von Ècija, gegen die Juden und hetzte die Christen gegen sie auf. Am 6. Juni 1391 stürzte sich die Menge nach einigen handgreiflichen Auseinandersetzungen auf den jüdischen Wohnbezirk. Die Mehrzahl bekehrte sich zum Christentum, der Rest wurde niedergemacht. In einigen Wochen kam es zu Ausschreitungen in Kastilien und Aragón. In Valencia griff die Menge die aljama an mit dem Schlachtruf: „Martinez kommt! Die Juden – in den Tod oder ins Weihwasser!“ „Die Gier zur Plünderung der Juden nahm jeden Tag zu“ bemerkte der Kanzler Ayala. Zahlreiche Juden fanden Unterschlupf in den Häusern christlicher Bürger. Manche Juden fanden in Schlössern Zuflucht gegen Bezahlung. In Barcelona begingen die Juden zu Dutzenden Selbstmord. In Gerona weigerte sich die Juden, ihrem Glauben abzuschwören. Zahlreiche Juden nahmen die Taufe an. In viel Städten wurden die Conversos nach der Taufe die eifrigsten Verfolger der Juden.1394 hetzten die Conversos von Perpignan die Masse gegen die Juden und hinderten sie daran, in ihre alten Wohnungen zurückzukehren. Auf welche Seite sollte das Vermögen einer Gemeinde fallen, wenn eine aljama in zwei Teile zerfallen war? In Lérida waren 1391 78 Juden ermordet worden. In ganz Spanien wurden Synagogen in Kirchen umgewandelt. In Madrid wurde ein Kloster ärmer, weil die Rente von der jüdischen aljama wegblieb, die vernichtet wurde.

 

Literatur: Shlomo Sand, Die Erfindung des jüdischen Volkes. Israels Gründungsmythos auf dem Prüfstand, Berlin 2008

http://de.wikipedia.org/wiki/Himyar

Léon Poliakov, Geschichte des Antisemitismus -IV. Die Marranen im Schatten der Inquisition,

Worms 1981