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Nahost – Konflikt

Der Nahost-Konflikt literarisch – Susan Abulhawa, Während die Welt schlief, München 2013 und Mirna Funk, Winternähe, Frankfurt am Main 2015

Was für die einen die Erfüllung eines langen Traum ist, nachdem ihre Diaspora überwiegend desaströs verlaufen ist, ist für die anderen Vertreibung aus ihrer Heimat und damit ein Albtraum. Ein Krieg folgte dem anderen. Vom Suezfeldzug 1956 über den Sechs-Tage-Krieg 1967, zum Jom – Kippur – Krieg 1973. Danach folgten der Libanon-Krieg 1982 und mehrere Gaza-Kriege. Literarisch befassen sich viele mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt, zwei Werke stehen hier zur Diskussion.

Eine beachtenswerte Rezension zu Abulhawas Buch „Während die Welt schlief“ wurde vor einiger Zeit geschrieben. Dort heißt es unter anderem„Weihnachten lag für mich ‚Während die Welt schlief‘ von Susan Abulhawa unter dem Tannenbaum. Der Einband hat helle Farben, ein kleines Mädchen schaukelt vor einem hübschen, orientalisch anmutenden Städtchen.“…1 Also an Weihnachten, sollte man das Buch auf keinen Fall lesen, von Erlösung und der Geburt von Gottessöhnen ist darin wirklich nicht die Rede, überwiegend von Mord und Totschlag.

Amal wird im Flüchtlingslager geboren. Der Leser begleitet sie fortan auf ihrem Lebensweg. Sie ist das schaukelnde Mädchen auf dem Cover, doch ihre recht unbeschwerte Kindheit endet ebenfalls jäh. Es gibt nichts, was Amal nicht erlebt, sie hat auf die eine oder andere Weise an allem Furchtbaren teil, was in der palästinensischen Geschichte geschieht: Als 12jährige erlebt sie den Sechstagekrieg, in dem sie ihren Vater verliert und die Mutter schwer traumatisiert wird.“2 Im Werk von Abulhawa heißt es zum Sechstagekrieg folgendermaßen:“Die israelische Besatzung legte sich wie eine eiserne Hand um seinen Hals und löste sich nicht mehr. Die Palästinenser waren der Willkür der Soldaten ausgeliefert. Wer passieren durfte und wer nicht, bestimmten sie, und zwar nicht nach allgemein gültigen Regeln. Wer geschlagen wurde und wer nicht, entschieden sie nach Gutdünken. Wer sich bei der Untersuchung ausziehen musste und wer nicht, hing von ihrer Laune ab.“3 Wichtig im Zusammenhang des Sechs-Tage-Krieges sind auch die Aussagen von arabischen Führern. So erklärte der syrische Präsident Al-Atassi am 22.Mai 1966:

„Wir wollen einen totalen Krieg ohne Einschränkungen, einen Krieg, der die zionistische Basis zerstören wird.“

Hafis Al Assad, der spätere Präsident und damalige Verteidigungsminister, meinte am 20.Mai 1967:

„Unsere Streitkräfte sind nun voll bereit …dem Akt der Befreiung den Anstoß zu geben und die zionistische Anwesenheit im arabischen Heimatland in die Luft zu jagen. Ich als Militär glaube, dass die Zeit gekommen ist, den Vernichtungskrieg zu führen.“

Und Gamal Abdel Nasser, der Präsident Ägyptens, schoß eine Woche später den Vogel ab:

„Unser grundlegendes Ziel ist die Vernichtung Israels. Das arabische Volk will kämpfen. Sharm El-Sheikh ist eine Konfrontation mit Israel.“4

Schon am 22. Mai 1967 hatte sich die Lage zugespitzt. Nasser ließ die Straße von Tiran für den Schiffsverkehr sperren und blockierte damit den Hafen von Eilat, eine neuralgische Stelle für Israels Wirtschaft. Die Blockade wurde verstärkt durch Nassers Hasstiraden (siehe oben).

Ziemlich willkürlich und unsympathisch sind sie schon die Israelis in dem Buch von Abulhawa. In der Rezension heißt es dann weiter:“Ihr Bruder wird kurze Zeit später Mitglied der palästinensischen Befreiungsbewegung PLO. Später kann Amal das Flüchtlingslager verlassen, geht in Jerusalem zur Schule und wandert dann mithilfe eines Stipendiums in die USA aus. Doch Palästina liegt damit nur scheinbar hinter ihr, sie und ihre Familie bleiben verwickelt in das Schicksal des Landes. Amal besucht in den 80ern ihren Bruder, der inzwischen im Libanon lebt, und gerät just in den Libanonkrieg. Ihre Schwägerin wird Opfer des Massakers von Sabra und Schatila in Beirut. 2002 kehrt Amal nach Jenin zurück, wo gerade während der Zeit ihres Besuch israelisches Militär einmarschiert, da sich palästinensische Kämpfer hier versteckt halten.“5 Hier sollte noch hinzugefügt werden, dass Jenin lange Zeit eine Hochburg der al-Aqsa-Brigaden war, die insbesondere während der „Al Aqsa-Intifada“ für eine Reihe von Terroranschlägen verantwortlich waren. Die Zweite Intifada wurde auch als Al-Aqsa-Intifada bekannt.Sie war ein gewaltsamer Konflikt zwischen aufständischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften, der sich von Jerusalem und Israel auf den Gazastreifen und das Westjordanland ausweitete. Die „Al Aqsa Intifada“ begann Ende September 2000, nachdem der Oslo-Friedensprozess nach den Verhandlungen von Camp David gescheitert war. Mit dem Abschluss eines Waffenstillstands zwischen dem Präsidenten der palästinensischen Autonomiebehörde unter Mahmud Abbas und Israels mittlerweile verblichenen Ministerpräsidenten Ariel Scharon im ägyptischen Scharm el-Scheich im Februar 2005 war die Al-Aqsa-Intifada offiziell beendet. Israel führte in Jenin 2002 eine umfassende und sehr harte Militäroperation in Jenin durch, bei der das Militär große Teile des Flüchtlingslagers zerstörte. Der oben genannte Scharon wird wohl als „Schlächter von Beirut“ in Erinnerung bleiben. Während des Libanon-Krieges 1982 hatten mit Israel verbandelte libanesische Milizen ein Massaker an Hunderten oder gar noch mehr Palästinensern (die Schätzungen schwanken zwischen 460 und 3.000 Opfern) in den Flüchtlingslagern Sabra und Schatila begangen. Auch wurde der 2014 nach acht Jahren im Koma verblichene Scharon der „Bulldozer“ genannt – wegen seines robusten und militanten Auftretens. Bulldozer sind repräsentative Fahrzeuge der israelischen Siedlerbewegung. Im Mai 2014 beispielsweise machten sie Teile der palästinensischen Begegnungsstätte „Tent of nations“ platt. „Wir weigern uns, Feinde zu sein“- stand auf einem Stein vor dem Eingang dieses „Zeltes der Völker“.

Es ist also kein schönes Buch im eigentlichen Sinne, ich mochte es bald nicht mehr vor dem Einschlafen lesen. Hoffnung gibt es in diesem Buch nur, um dann im nächsten Atemzug zertreten zu werden. Glück und Liebe bieten nur eine Folie für die unglaublichen Schrecken, die die Figuren des Buches erleben. Frieden gibt es eigentlich nur in den USA.“6 Das Buch zeigt hart das Leid der Palästinenser und ist insofern wirklich nicht schön.Man fragt sich, ob es möglich ist, dass Opfer nicht zu Tätern werden in historisch schwierigen Umständen. Oder noch brutaler gefragt: Muss man nicht zum Täter werden, um nicht Opfer zu sein? Die Frage nach einem Ausweg stellt sich jedem, der sich damit befasst.

Einige weitere Zitate aus dem Werk von Abulhawa sind prägnant genug, um ausgewählt zu werden:„Während sich 1948 eine fremde Minderheit anschickte, einen neuen Staat aufzubauen, indem sie die Palästinenser vertrieb und ihre Häuser und Banken plünderte, ernannten die fünf Großmächte- die Sowjetunion, Frankreich, Großbritannien, China und die Vereinigten Staaten – einen Vermittler, der im Namen der Vereinten Nationen eine Konfliktlösung erarbeiten sollte.

‚Er ist Schwede‘, sagte Yahia zu den Männern, die sich jeden Morgen bei seinem Zelt versammelten, um die letzten Neuigkeiten auszutauschen. ‚Wer ist Schwede?‘ fragte ein Passant. ‚Sei still. Hasan liest uns die Zeitung vor‘, blaffte jemand. Yahya nickte Hasan zu:’Weiter mein Sohn.‘ Hasan las: In Ausübung seines Auftrags erklärte der schwedische Vermittler, Graf Folke Bernadotte: ‚ Es wäre ein Verstoß gegen die Prinzipien elementarer Gerechtigkeit, wenn diesen unschuldigen Opfern des Konflikts das Recht auf Rückkehr in ihre Häuser verwehrt würde, während jüdische Immigranten nach Palästina strömen und die arabischen Flüchtlinge, die seit Jahrhunderten in diesem Land verwurzelt sind, letzten Endes dauerhaft zu Verdrängen drohen.’“7

In einer fernen Zeit, ehe die Geschichte über die Hügel gefegt kam und Gegenwart und Zukunft auslöschte, ehe ein Sturm das Land packte und ihm Namen und Charakter austrieb, ehe Amal geboren wurde, gab es östlich von Haifa ein kleines, friedliches, von der Sonne verwöhntes Dorf mit offenen Grenzen, das von Geigen- und Olivenanbau lebte“8 Hieraus wird klar, dass Palästina vor der Zeit von 1948 eine Idylle war, in der es kaum Konflikte gab.“Als die Dunkelheit dem Licht wich, stiegen die Geräusche, die die Ernte dieser edlen Frucht (der Olive- C. Schauer) stets begleiteten, von den sonnengebleichten Hügeln Palästinas empor. Das Klopfen von Stöcken, die gegen Äste schlugen, das Rascheln von Blättern, das Herabplumpsen von Früchten, die auf alten, unter den Bäumen ausgebreiteten Planen und Decken landeten. Während sie sich abrackerten, sangen die Frauen Volkswaisen vergangener Jahrhunderte; spielende Kinder wurden von ihren Müttern getadelt, wenn sie ihnen in die Quere kamen.“9 War Palästina wirklich eine Idylle vor 1948?

Die Unruhen [von 1929 in Palästina] standen unter dem Zeichen arabischer Schlachtrufe wie: …` Palästina ist unser Land, und die Juden sind unsere Hunde`, … sowie sinnloser Grausamkeit wie bei den Morden in Hebron, wo kleine Kinder gefoltert und dann getötet wurden. Zum ersten Mal fand sich die jüdische Gemeinschaft in Palästina von einer Welle gewalttätiger Unruhen überschwemmt, die sich durch jüdische Siedlungen und Stadtviertel quer durch das ganze Land mit nie gekannter Wut ihren Weg bahnten. Diese Gefahr schien nun die Existenz der gesamten jüdischen Gemeinschaft in Frage zu stellen.“-10 Auch aus anderen Quellen ist nichts Harmonisches über die Lage in Hebron zu lesen. Mit dem Erstarken der arabischen Nationalbewegung hätten die Spannungen in Hebron zugenommen. Juden würden fast täglich von Arabern schikaniert, beschimpft und gelegentlich verprügelt.11 Bis 1923 habe sich im jüdischen Gemeindehaus die Überzeugung verfestigt, dass solche Vorfälle von der Muslimisch-Christlichen Vereinigung provoziert würden. Die Vereinigung habe den Arabern judenfeindliche Lieder beigebracht und stachle sie gegen ihre jüdischen Nachbarn auf.12

Eine andere Widerspiegelung des palästinensisch-israelischen Konfliktes bietet Mirna Funk in ihrem Roman „Winternähe“.Geschildert wird ein Gespräch mit der Deutsch-Jüdin Lola, der Protagonistin des Romans schlechthin, und Shlomo, ihrem Freund aus Israel, der aus der Kritik der Besetzung des Westjordanlandes zum Linksradikalen wurde. „’Lola, sie brauchen ihren eigenen Staat. Fertig, aus.‘ ‚Das sehe ich doch genauso. Ich frage mich nur wie? Wie sollen sie einen eigenen Staat haben, wenn sie nicht wissen, wie Staat geht, weil sie noch nie einen Staat hatte.‘

‚Nur, weil wir die Demokratie aus Europa importiert haben, heißt das nicht, dass wir die Erfinder der Demokratie im Nahen Osten sind. Die Bildung des Staates Israel hat in ihnen nun einmal das Bedürfnis nach einem eigenen Staat ausgelöst. Völlig egal, ob sie vorher einen Staat gehabt haben. Jetzt wollen sie einen, und wir müssen ihnen diesen Staat geben.‘

‚Okay, also Abzug der Siedler aus der Westbank. Was dann? Die Fatah wird gestürzt, weil niemand Abu Mazen mag. Der wird als Spielfigur gesehen, nicht als Führer der Palästienser. Die Hamas kommt an die Macht. Und die Hamas will Jerusalem befreien und die Juden töten. Das ist doch keine Basis für eine Zweistaatenlösung. Das musst du doch begreifen!‘

‚Lola, ich glaube nicht, dass du einschätzen kannst, was passiert, wenn wir uns aus der Westbank zurückziehen. Nicht, weil du keine Ahnung hast, sondern weil niemand weiß, was passieren wird. Wir müssen es versuchen. Wir dürfen nicht in Dystopien, sondern müssen in Utopien denken. Die Westbank ist wie ein Krebsgeschwür. Bestrahlung funktioniert nicht. Vielleicht wird auch Operation nicht funktionieren, aber wir müssen es versuchen.‘13

Sein Kamerad erzählt, wie Shlomo zum Pazifisten wurde:“‘ Wir haben versucht, eine Gruppe von Jugendlichen in Hebron in den Griff zu kriegen, und Shlomo hat plötzlich sein Gewehr weggeworfen und seinen Helm abgesetzt. Ich weiß noch, wie ich das von weitem sah und rumfuchtelte. Aber Shlomo hat einfach weitergemacht. Er stand mitten auf dem Feld und vor uns circa zweihundert Randalierer. Er zog seine schusssichere Weste aus, seine Jacke, seine Hose, seine Boxershorts. Ich habe zwölf Mann nach vorne geschickt, um Shlomo abzusichern und aus der Schusslinie zu bringen. Er stand da schließlich nackt. Wir haben niemanden davon erzählt, aber dafür gesorgt, dass er auf Urlaub nach Hause kommt. Die hätten ihn in die Psychiatrie gebracht. Er kam nie wieder zurück zur Armee. Und heute ist er eben der, der er ist.’“14 Shlomo hatte einen palästinensischen Jungen getötet und wurde dadurch zum Pazifisten.

Lola schwankt während des Gazakrieges 2014 in ihren Haltungen, äußert aber zum Schluss des Werkes Sympathie für die bellizistische Haltung ihres Vaters: „Ich habe mich immer über deinen Deutschland-Hass und deine Antisemitismus-Paranoia aufgeregt. Jetzt weiß ich, dass du recht hattest. Was im letzten Sommer passiert ist, hat mich in einen Schockzustand versetzt. Nicht, dass die Dinge zuvor nicht schon erschreckend genug gewesen wären, aber die Reaktionen auf den Gaza-Krieg haben mir deutlich gemacht, dass der Antisemitismus nicht einfach nur zurückgekommen oder, wie man so schön sagt, in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist, sondern dass er nie weg war. Warum erzähle ich dir das alles? Weil ich unsere Gespräche vermisse!“15

Zwischendurch war Lolas Meinung schwammiger als bei dieser Aussage.

Der Dichter sagt das, was sein könnte, meint Aristoteles sinngemäß – viele von den fiktiven Dialogen könnten auch von Berufspolitikern stammen.

1 Thea Sumalvico am 12. März 2014

2 Ebd.

3 Susan Abulhawa, Während die Welt schlief, München 2013, S. 148

5 Thea Sumalvico am 12. März 2014

6 Thea Sumalvico am 12. März 2014

7 Susan Abulhawa, Während die Welt schlief, München 2013, S. 60

8 Ebd., S. 11

9 Ebd., S. 12 f.

10 –Shapira, A. 1992. Land and power. New York & Oxford:
Oxford University Press, (S .174)

11 Vgl. Tom Segev, Es war einmal ein Palästina – Juden und Araber vor der Staatsgründung Israels, München 2005, S. 347

12 Vgl. ebd.

13 Mirna Funk, Winternähe, Frankfurt am Main 2015, S. 140

14 Ebd., S. 149 f.

15 Ebd., S. 328

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Mohammed und die Juden

In der ersten Zeit seiner Offenbarungen war Mohammeds Verhältnis zu den Juden durch Toleranz geprägt. In der Zeit nach 610, als seine ersten Berührungen mit dem Übernatürlichen auftraten, versuchte er Andersgläubige durch Freundlichkeit vom Islam zu überzeugen. Juden und auch Christen galten als gläubige Anhänger theistischer Vorstellungen:

„Es gibt keinen Zwang im Glauben. Der richtige Weg ist nun klar erkennbar geworden gegenüber dem unrichtigen. Wer nun an die Götzen nicht glaubt, an Allah aber glaubt, der hat gewiss den sichersten Halt ergriffen, bei dem es kein Zerreißen gibt. Und Allah ist Allhörend, Allwissend.“ Sure 2:256

Jüdische Gelehrte werden als Zeugen für die Richtigkeit von Mohammeds Monotheismus angeführt.

Nach der Flucht nach Medina war das Verhältnis zu den Juden zunächst noch relativ wohlwollend. Hausbesuche bei Juden waren keine Seltenheit. Die Widersprüche zwischen der Bibel und den Offenbarungen des Koran ergaben für die Juden, dass sie die älteren Texte der Juden verteidigten. Wo Mohammed Abweichungen predigte, glaubten ihm die Juden nicht. Die Aufforderung der Juden, Zeichen und Wunder zu vollbringen, konnte Mohammed nicht erfüllen, weil er nur Prophet war. Der entscheidende Vorwurf Mohammeds lautete, Juden (und auch Christen) hätten ihre Schriften gefälscht, ihre Inhalte abgeändert. Er, Mohammed, sei der Verkünder der einzig wahren monotheistischen Religion.

Verfluchung der Juden

„Verflucht wurden die Ungläubigen von den Kindern Israels durch die Zunge Davids und Jesus‘, des Sohnes der Maria. Dies, weil sie ungehorsam waren und (gegen die Gebote) verstießen“ Sure 5:78

Allah verwandelt die Juden in Affen und Schweine

„Und als sie trotzig bei dem verharrten, was ihnen verboten worden war, da sprachen Wir zu ihnen:’Werdet denn verächtliche Affen’“ Sure 7:165

„Sprich: ‚Soll ich euch über die belehren, deren Lohn bei Allah noch schlimmer ist als das? Es sind jene, die Allah verflucht hat und denen Er zürnt und aus denen Er Affen, Schweine und Götzendiener gemacht hat. Diese befinden sich in einer noch schlimmeren Lage und sind noch weiter vom rechten Weg abgeirrt.’“ Sure 5:60

Aktueller Bezug: Auf offiziellen Veranstaltungen der Fatah rief 2012 der offizielle Mufti der „palästinensischen Autonomiebehörde“ sogar zur Tötung aller Juden auf. Moderator bei der Fatah-Zeremonie: „Unser Krieg gegen die Nachfahren der Affen und Schweine ist ein Krieg der Religion und des Glaubens.“

Die Juden stecken hinter den Kriegen

„ … Und Wir haben unter ihnen Hass und Zwietracht bis zum Tage der Auferstehung gesät. Sooft sie ein Feuer für den Krieg anzündeten, löschte Allah es aus, und sie trachteten nur nach Unheil auf Erden; und Allah liebt nicht die Unheilstifter“ Sure 5:64

Bezug auf diese Sure nimmt die Hamas-Charta von 1987: In der Charta werden die Protokolle der Weisen von Zion als ein authentisches Dokument präsentiert. Die Juden werden als das Weltübel schlechthin gesehen und nicht nur für die Französische Revolution und den Ersten Weltkrieg, sondern auch für den Zweiten Weltkrieg, die Ausbeutung der Dritten Welt durch den Imperialismus und den Drogenschmuggel verantwortlich gemacht.

Verteufelung der Juden

Sicherlich findest du, dass unter allen Menschen die Juden und die Götzendiener die erbittertsten Gegner der Gläubigen sind.“ … Sure 5: 82

Die versuchte Vergiftung Mohammeds

Eine jüdische Frau versuchte, Mohammed mit einem Lamm zu vergiften. Bei einem Besuch Mohammeds bei den Juden – das kam gelegentlich vor- bereitete eine jüdische Frau namens Zaineb das Essen zu.Es sollte Lamm geben, da Mohammeds Freunde auch dabei waren, wurde ein ganzes Lamm vergiftet. Das von Mohammed bevorzugte Schulterstück wurde mit einer Extradosis Gift versehen. Beim Genuss des Fleisches spürte er jedoch einen faden Beigeschmack und spuckte das Fleisch wieder aus. Ein Freund Mohammeds starb an der Vergiftung. Mohammeds Zorn ging soweit, dass er danach trachtete, Zaineb umzubringen.1 Nach anderen Quellen ließ er sie in Ruhe. Angeblich litt er sein ganzes Leben an den Nachwirkungen des Giftes.

Kriege Mohammeds gegen jüdische Stämme

In Medina gab es drei große jüdische Stämme, davon hieß einer Banu Nadir. In der ersten Zeit in Medina knüpfte Mohammed freundschaftliche Kontakte zu diesem Stamm, was durch gelegentliche Besuche zum Ausdruck kam. Ein Mordanschlag dieses Stammes gegen den Propheten wurde diesem durch eine Offenbarung Allahs bekannt. Daraufhin wurde dieser Stamm von Mohammeds Truppen angegriffen. Mohammed ließ die Dattelpalmenhaine abbrennen, die den Banu Nadir als Lebensgrundlage dienten. Nach der Kapitulation der Banu Nadir ließ Mohammed sie mit Hab und Gut ohne Waffen ziehen. Auch ihr Geld durften sie nicht mitnehmen. Der Stamm zog nach Norden, ohne seinem Glauben abgeschworen zu haben. Das Geschehen spielte sich 625 nach Christus ab.

Vorher hatte sich Mohammed mit dem jüdischen Stamm der Banu Qainuqa auseinandergesetzt. Er war der erste jüdische Stamm, mit dem der Prophet des Islam Krieg führte. Sie waren keine Bauern, sondern Händler.Ausgangspunkt war die Schlacht von Badr im Jahre 624. Auf dem Markt dieses Stammes wurde eine arabische Frau von einer Gruppe von Juden beleidigt. Ein anwesender Muslim tötete einen der Juden und wurde dann selbst umgebracht. Die Banu Qainuga wurden daraufhin 15 Tage belagert und schließlich vertrieben. Ihr Hab und Gut mussten sie zurücklassen. Der Stamm wanderte in Richtung Persischer Golf aus. Nach der Vertreibung der Quinuga wurde die Sprache des Korans den Juden gegenüber härter. Mohammed warf den Juden vor, sie hätten die Thora verfälscht. Die Gebetsrichtung der Muslime wurde nach Mekka verlegt. Jerusalem hatte ausgedient.

Schlimmer erging es den Quraiza 627. Dieser jüdische Stamm wollte Mohammed mit Hilfe Mekkas stürzen – angeblich oder wirklich? Die Mekkaner konnten Mohammed in Medina nicht überwinden und kehrten zurück.Mohammed erklärte danach, ihm sei der Engel Gabriel erschienen und habe ihm folgendes verkündet: „… Die Engel Allahs legen ihre Schwerter niemals nieder. Sie stehen jederzeit bereit, dich zu unterstützen. Allah gebietet dir, dich gegen die Kinder von Quraiza aufzumachen und ich werde vor dir herziehen und ich werde ihre Wohnstätte erschüttern.“2 Das Gebiet der Banu Quraiza wurde 25 Tage belagert, bevor der jüdische Stamm kapitulierte. Er wollte unter den gleichen Bedingungen wie die Banu Nadir abziehen. Mohammed fragte einem zum Islam Konvertierten um Rat. Dieser riet ihm, die Männer zu töten, das Geld die Frauen und Kinder als Kriegsbeute aufzuteilen. Mohammed stimmte zu. Danach wurden zwischen 800 und 900 jüdische Männer enthauptet. Frauen und Kinder wurden in die Sklaverei verkauft. Vom Geld behielt Mohammed 20 Prozent, den Rest erhielten seine Soldaten. Das Verfahren Mohammeds gegen diesen Stamm wird kontrovers beurteilt.3

Banu_Qurayza

Massaker an den Banu Quraiza

Schließlich wurden die Juden aus Chaibar 628 vertrieben. Chaibar ist ein Oasengebiet 150 km nördlich von Medina. Mohammeds Heerführer Ali entschied den Kampf für sich. Die Kriegsbeute war immens. Den jüdischen Bewohnern der Oase, in der die Juden lebten, erlaubte er, auf ihre Güter zurückzukehren, unter der Bedingung, dass sie fortan die Hälfte ihrer Felderträge nach Medina abführen müssen.4

Ein Zusammenleben mit den Juden konnte sich Mohammed nach den militärischen Konflikten nicht mehr vorstellen. Die Vertreibung aus Arabien war sein Ziel: „Er ist es, der diejenigen vom Volke der Schrift, die ungläubig waren, aus ihren Heimstätten zur ersten Versammlung austrieb. Ihr glaubtet nicht, dass sie hinausziehen würden, und sie dachten, dass ihre Burgen sie gegen Allah schützen würden. Doch Allah kam von (dort) über sie, woher sie es nicht erwarteten, und warf Schrecken in ihre Herzen, so dass sie ihre Häuser mit ihren eigenen Händen und den Händen der Gläubigen zerstörten. So zieht eine Lehre daraus, o die ihr Einsicht habt.“ Sure 59:2

In Sure 8 werden Juden schlimmer als Tiere eingestuft: „Wahrlich, schlimmer als das Vieh sind bei Allah jene, die ungläubig sind und nicht glauben werden;“ Sure 8:555

In einer Hadith (Überlieferung von Äußerungen des Propheten) prophezeite Mohammed: „Das Jüngste Gericht wird nicht kommen, bis die Muslime die Juden bekämpfen und umbringen; bis der Jude sich hinter den Steinen und Bäumen versteckt, und der Stein und der Baum werden sagen: O, du Muslim, o, Du Diener Allahs, dies ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt, komm und bring ihn um!“6 Von orthodox muslimischer Seite wird die eindeutige Bedeutung dieser Hadith bestritten. In der Hamas-Charta heißt es dazu: „Das Jüngste Gericht wird nicht kommen, solange Muslime nicht die Juden bekämpfen und sie töten. Dann aber werden sich die Juden hinter Steinen und Bäumen verstecken, und die Steine und Bäume werden rufen: ‚Oh Moslem, ein Jude versteckt sich hinter mir, komm‘ und töte ihn.“ (Artikel 7) „7

Zu den Juden heißt es in einer orthodox muslimischen Schrift: „Juden (Al Jahud) Die mit dem Christentum (und Madschus)8 die eigentlichen Ahlu-I-Kitab (Leute der Schrift- Einfügung von mir) bildende Glaubensgemeinschaft, die an einem Gott festhält und zu der zahlreiche Propheten gesandt wurden. Hauptprophet der Juden ist Moses, dem die Thora gegeben wurde. Den Propheten Mohammed und den Koran haben die Juden abgelehnt, doch lebten sie in islamischen Ländern, verglichen mit ihrer Lage in Europa, in Frieden und Sicherheit“9 Stimmt das?

Werfen wir einen Blick auf die den Kampf mit dem jüdischen Stamm Banu Quraiza, wie ihn die erste ausführliche Mohammed.Biographie schildert: „Zu Zeit des Mittagsgebetes kam, wie mir Zuhri berichtete, Gabriel zum Propheten. Der Engel trug einen Turban aus Brokat, und auch der Sattel des Maultiers, auf dem er ritt, war mit Seidenbrokat bedeckt. Er fragte den Propheten: ‚Hast du die Waffen bereits niedergelegt?‘ ‚Ja‘, antwortete Mohammed, und Gabriel fuhr fort: ‚ Die Engel haben dies noch nicht getan, und ich komme gerade von der Verfolgung der Feinde zurück. Gott – Er ist erhaben und mächtig- befiehlt dir, o Mohammed, gegen die Banu Quraiza zu ziehen. Ich begebe mich jetzt zu ihnen und werde sie erbeben lassen.‘ Sogleich ordnete der Prophet an, unter den Muslimen auszurufen: ‚Alle diejenigen, die hören und gehorchen, sollen ihr Nachmittagsgebet nicht verrichten, bevor sie sich nicht bei den Banu Quraiza eingefunden haben.‘ Er schickte Ali mit der Fahne voraus, und die Muslime folgten ihm eilends nach. Als sich Ali den befestigten Häusern der Quraiza näherte, vernahm er häßliche Worte über den Propheten. Er kehrte um und sprach zum Propheten, als er ihn unterwegs traf:’Gesandter Gottes! Du solltest dich diesen schändlichen Menschen nicht nähern.‘ ‚Weshalb? Du hast wohl Schmähungen gegen mich gehört?‘ ‚So ist es.‘ ‚Wenn sie mich sähen, würden sie nicht so über mich reden.‘ Und als er ihren Häusern näher kam, rief er: ‚O ihr Brüder der Affen! Hat Gott euch jemals erniedrigt und seine Rache über euch gesandt?‘ ‚Du bist nicht so töricht, uns dies anzutun, O Abu I-Qasim!‘ antworteten ihm die Quraiza. Der Prophet belagerte sie fünfundzwanzig Tage, bis sie erschöpft waren und Gott ihre Herzen mit Angst erfüllte.“10

Man kann hier schon feststellen, dass die Negativbezeichnung „Affen“ für die Juden gebräuchlich ist und Mohammed eigentlich gar keine Absicht hat, Krieg zu führen, dies aber auf göttliche Weisung hin dann doch tut.

Von einem Verrat der Juden an Mohammed geht ein muslimischer Historiker aus:“Im Jahre 627 begannen die Mekkaner im sogenannten ‚Grabenkrieg‘ (al-Khandaq) die Stadt Medina zu belagern, um die Muslime ein für allemal zu vernichten. Die Belagerung konnte erfolgreich durch das Ausheben eines Grabens von den Muslimen vereitelt werden …. Mitten in der Atmosphäre des Krieges wandte sich Huyay, ein Führer des jüdischen Klans der Banu Nadir – die auch schon zuvor den Vertrag von Medina einseitig gegen den Propheten durch einen Verrat widerriefen – an den Führer der Banu Quraiza Kaab ibn Asad. Huyay gelang es letztendlich, Kaab davon zu überzeugen, gemeinsam mit den Polytheisten aus Mekka gegen die Muslime vorzugehen. Schon zuvor missfiel die nur in wenigen Jahren rasante Ausbreitung des Islam diversen Juden in ihrer alten Heimatstadt.“11 Nach dieser Einschätzung hätten die Juden eine Vereinbarung mit Mohammed gebrochen, als sie die angreifenden Mekkaner gegen Mohammed unterstützten. Im Vertrag von Medina heißt es dazu:“44.Und die Bündnispartner sollen einander gegen alle beistehen, die Yathrib überfallen.“12 In ihm regelte Mohammed 622 das Verhältnis der Stämme in Medina (hier Yathrib) unter Einschluss der Juden.

Nicht berücksichtigt wird dabei, dass die Mekkaner (Quraisch) nach Medina zogen, um Mohammed zu zwingen, die Belagerung der Handelswege aufzugeben. Andere Quellen als islamische gibt es zu den Vorgängen der Grabenschlacht und des Kampfes mit den Banu Quraiza nicht.

Im Vertrag von Medina heißt es zum Verhältnis zu den Juden in §37:“Die Juden haben für ihre Ausgaben aufzukommen, die Muslime für die ihren. Die Vertragspartner müssen einander beistehen, im Falle dass einer der im Dokument erwähnten Völker angegriffen wird. Sie müssen beieinander gegenseitigen Rat und Rücksprache suchen und Loyalität ist ein Schutz gegen Verrat. Ein Mann ist nicht verantwortlich für seines Verbündeten Untaten. Dem Unrecht geschah muss geholfen werden.“13 Ob dieser Vertrag allerdings eine Billigung der Juden einschloss, darüber wird nicht berichtet. Er war eher ein Diktat als ein Vertrag:“Im Gegensatz zu heute geäußerten Meinungen gibt es keinerlei Belege dafür, dass diese Abmachung jemals im Sinne einer Gleichberechtigung Andersgläubiger oder Ungläubiger im islamischen Gemeinwesen aufgegriffen oder gar weiterentwickelt worden wäre.“14

Die Stellung der Juden entsprach wie die der Christen einem Schutzbefohlenen – Dhimmi. Er war und ist damit nicht gleichberechtigt. So ist es nach islamischem Gesetz dem Dhimmi verboten, den Koran, Mohammed oder den Islam zu kritisieren, einen Muslim in Bezug auf seine Religion zu in Verwirrung zu stürzen oder die Feinde der islamischen Welt zu unterstützen. Er darf keine Position einnehmen, in der er über Muslimen stehen könnte, besonders in der Regierung, im Richteramt (für das der Islam die wichtigste Voraussetzung ist), im Militär oder als Polizist. Hierbei gibt es allerdings Ausnahmen.15 Nach dem bis heute wirkenden Rechtsgelehrten al-Mawardi (gestorben 1058 in Bagdad) gehörten diese und die schon von Omar festgelegten Verhaltensweisen zwingend zu den zu erfüllenden Pflichten der Dhimmis.

Die Richtlinien für den Umgang mit anderen monotheistischen Religionen wurden schon vom zweiten Kalifen, Omar, angewendet. Für die Juden war von Bedeutung, dass ihre Religionsausübung nicht außerhalb der Synagoge zu hören sein sollte. Missionieren sollten sie für ihre Religion nicht. Einen Militärdienst sollten sie nicht leisten und keine Waffen tragen. Für Juden war gelbe Kleidung vorgeschrieben. Genauer wurde das später festgelegt, als der Abbasiden-Kalif Harun Al-Raschid etwa 807 verfügte, dass Juden gelbe Gürtel zu tragen hätten.

Die Juden hatten bei Mohammed aufgrund ihrer Ablehnung seines Glaubens keinen guten Stand. Aber auch andere Ungläubige hatten nicht mit Toleranz zu rechnen. Nach seiner siegreichen Rückkehr nach Mekka 630 nach Christus ging es einigen Ungläubigen an den Kragen: „Zu denen, die der Prophet zu töten befahl, gehörte auch Abdallah ibn Chatal, ein Mann von den Banu Tain ibn Ghalib. Auch dieser war Muslim gewesen, und der Prophet hatte ihn eines Tages zusammen mit einem Helfer ausgesandt, um die Armensteuer einzuziehen. Bei sich hatte er auch einen freigelassenen muslimischen Sklaven. Als sie einmal lagerten, befahl er diesem, einen Ziegenbock zu schlachten und ein Mahl zu richten. Er selbst legte sich schlafen. Als er aufwachte und der Freigelassene nichts vorbereitet hatte, ging er auf ihn los und tötete ihn. Danach fiel er wieder vom Islam ab und bekannte sich zur Vielgötterei. Er besaß auch zwei Singsklavinnen, Fartana und ihre Freundin, die über den Propheten Spottlieder sangen. Mohammed ordnete deshalb an, diese beiden zusammen mit Ibn Chatal zu töten.“16 Nichtglauben und Ironie konnte er nicht ertragen.

Literatur

Die ungefähre Bedeutung des Al – Qur’an an Al-Karim in deutscher Sprache – Aus dem Arabischen von Abu-r-Rida‘ Muhammed Ibn Ahmad ibn Rassoul, Köln 2000

Bastian Borstell in: Der Freitag vom 29.07.2013 | Fatah: Getötete Israelis immer „Zionisten“

Mark A. Gabriel, Israel in Gefahr – Der nächste Schachzug des Islam gegen die Juden, Gräfeling 2013

Hamed Abdel-Samad, Mohammed – Eine Abrechnung, München 2017

https://de.wikipedia.org/wiki/Banu_Quraiza

https://de.wikipedia.org/wiki/Chaibar

https://muslimwelt.wordpress.com/2007/12/30/%e2%80%9edie-stunde-wird-nicht-kommen-bis-die-muslime-die-juden-bekampfen%e2%80%a6%e2%80%9c/

Okusam (Verlag, Hrsg.), Ilmihal. Der gelebte Islam, Frankfurt am Main o.J.

Ibn Ishaq, Das Leben des Propheten, Stuttgart und Wien 1986

 

http://antikezukunft.de/2014/12/19/massakrierte-muhammad-900-juden-an-einem-tag/

http://www.eslam.de/manuskripte/vertraege/verfassung_von_medina.htm

http://www.islamheute.ch/medina.htm

http://www.ezw-berlin.de/html/15_7043.php

https://www.orientdienst.de/muslime/minikurs/schutzbefohlene/

1Das meint Mark A. Gabriel, Israel in Gefahr – Der nächste Schachzug des Islam gegen die Juden, Gräfeling 2013, S. 54

2Mark A. Gabriel, a.a.O., S. 68 f.

3https://de.wikipedia.org/wiki/Banu_Quraiza; Ibn Ishaq spricht in „Das Leben des Propheten“ zunächst von 600 bis 700 Enthaupteten und hält es dann für möglich, daß es mehr waren

4https://de.wikipedia.org/wiki/Chaibar sowie Ibn Ishaq, Das Leben des Propheten, Stuttgart und Wien 1986, S. 203. Der Jude Marhab wird hier von Ibn Maslama im Zweikampf erschlagen

5Vgl. Hamed Abdel-Samad, Mohammed – Eine Abrechnung, München 2017, S. 191

8Gemeint sind die Zoroastrier

9Okusam (Verlag, Hrsg.), Ilmihal. Der gelebte Islam, Frankfurt am Main o.J., S. 432

10 Ibn Ishaq, Das Leben des Propheten, Stuttgart und Wien 1986, S. 173 f.

16Ibn Ishaq, a.a.O., S. 218

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Main-Echo 08.06.2013

Zu streitbar für eine politische Zukunft Mahmud Ahmadinedschad: Irans ultrakonservativer Präsident hört nach zwei Amtszeiten auf – Neuwahlen am Freitag …. Herbst 2005: Auf einer Konferenz zu Israel sagt Ahmadinedschad, »das Besatzungsregime Jerusalems muss von den Seiten der Geschichte verschwinden«. Falsch übersetzt als »Israel muss von der Landkarte radiert werden« sorgt das Zitat für Empörung. Im Dezember bezeichnete er den Holocaust als Mythos. Damit geht er über die übliche Kritik an Israel hinaus. ….

Leserbrief: Antisemitismus im Iran

Über das Verhältnis von Muslimen und Juden im Iran schreibt Arye Sharuz Shalicar im Kapitel: “Die Kindheit meines Vaters in Babol im Iran”. Shalicar erlebte als jüdischer Junge auf einer Berliner Schule Ausgrenzung durch jugendliche Muslime. Babol liegt in Nord-Iran am Kaspischen Meer und hat etwa 200.000 Einwohner. “Im Gegensatz zur Berliner Mauer wurde die Mauer Babols nicht von irgendwelchen Machthabern gebaut… sondern vom Volk selbst. Offensichtlich wollten sich 95 Prozent der Bewohner von fünf Prozent der Stadt abgrenzen … Das lag daran, dass diese fünf Prozent nicht an den Propheten glaubten und nicht den Koran als heiliges Buch ansahen, sondern das Alte Testament, die Thora. Sie hatten andere Sitten und Gebräuche und feierten nicht dieselben Feste. Zudem sollten diese fünf Prozent Wucherer, Gauner und egoistische Menschen sein, so hatte es die Mehrheit gelernt.” Der Vater erzählt weiter: “Oftmals versammelten sich muslimische Jugendliche am Nachmittag. Doch anstatt zum Fußballspielen zu gehen oder ans Meer zu fahren, stellten sie sich in Reihe vor der Mahle-Mauer auf und warfen Steine auf unser Ghetto. Die Juden Babols lebten in ständiger Angst vor Gewaltausbrüchen seitens der Muslime. Wann und in welchem Ausmaß es dazu kam, war oft abhängig vom Befinden der Menschen, von dem momentanen wirtschaftlichen Situation. Wenn zum Beispiel die Arbeitslosigkeit zunahm oder die Ernte nicht abgab, was man sich erhofft hatte, suchte man Schuldige. Die fand man dann in den Juden und bestrafte sie dafür, indem man sie öffentlich anspuckte oder ihnen Schimpfwörter zurief.”

Hier wird nicht nur die Segregation der Juden im Iran beschrieben, sondern auch die Verachtung, die man ihnen entgegenbringt. Ähnliches beschreibt der Historiker J.J. Benjamin im 19. Jahrhundert über die Behandlung von Juden in Iran bis zurück ins 16. Jahrhundert: : “Sie sind gezwungen in den Außenbezirke der Stadt zu leben…; denn sie werden als unreine Kreaturen angesehen… Unter dem Vorwand, dass die Juden unrein sind, werden sie mit größter Brutalität behandelt und sollten sie eine Strasse betreten, die von Muslimen bewohnt ist, werden sie von einem Mob mit Steinen und Dreck beschmissen. Aus dem selben Grund ist es ihnen untersagt, bei Schnee und Regen das Haus zu verlassen. Denn der Regen könnte ihre Unreinheit auf den Boden übertragen und somit die Füße der Muselmanen verunreinigen… Wenn ein Jude auf der Strasse als solcher erkannt wird, wird er mit den schlimmsten Schimpfwörtern und Flüchen bedacht.” Klar wird, dass die geschilderten Tatsachen direkt in eine Holocaust – Karikaturen – Ausstellung führen können.

Schauer, geschrieben: 21.03.2015 11:40, auszugsweise in Main-Echo online, in der Print-Ausgabe des Main-Echo erschienen am 1.4.2015 “Segregation und Verachtung gegen Juden im Iran”; Bezugsartikel: “Ausstellung mit Karikaturen zum Holocaust?”, in: Main-Echo vom 27.2.2015

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nordbayern.de 6.11.2012

Gaza – Im palästinensischen Gazastreifen ist ein Krokodil nach jahrelanger Flucht durch die Kanalisation eingefangen worden…..Viele Menschen verdächtigten sogar die Israelis, ihnen das gefährliche Tier auf den Hals gehetzt zu haben.

Schauer, Christian schrieb am 12.11.2012

Dass das Krokodil von Israel eingeschleust wurde, reiht sich ein in sonstige abenteuerliche Unterstellungen. Beispiele: Der syrische Verteidigungsminister, Mustafa Tlas, veröffentlichte 1986 ein Buch mit dem Titel “The Matzah of Zion” (Matze: ungesäuertes Passah-Brot der Juden), in welchem er ernsthaft behauptet, dass Juden dass Blut eines christlichen Mönchs verwenden, um Matze zu backen … Während des muslimischen Fastenmonats Ramadan strahlte der Hisbollah- Sender al-Manar eine antisemitische Serie aus, die an die “Protokolle der Weisen von Zion” angelehnt ist und behauptet, die Juden hätten einen geheimen Plan zur Weltbeherrschung. In einer Episode wird ein jüdischer Ritualmord an einem christlichen Kind dargestellt, der dazu diene, “aus seinem Blut Matzen für Pessach zu backen”. Eine «dokumentarische» Spielfassung der «Protokolle der Weisen von Zion» lief 2002 zu Ramadan im ägyptischen Fernsehen und weiteren arabischen Sendern unter dem Titel «Reiter ohne Pferd». In dieser Geschichte der «jüdischen Weltverschwörung», die um 1900 spielt, geht es um einen Kampf zwischen einer bärtigen Versammlung jüdischer Honoratioren, die finstere Pläne zur Beherrschung der Welt entwirft, und jungen Studenten der Kairoer Universität. Diese sorgen unter der Führung eines Palästinensers dafür, dass eine wichtige Enthüllungsschrift, eben die «Protokolle der Weisen von Zion», ins Arabische übersetzt, den Massen endlich die Augen öffnet.

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Ausschreitungen gegen Flüchtlinge aus Afrika in Israel – Berichte vom 25.5.2012 – Einschätzung Israel ist für Flüchtlinge aus afrikanischen Krisengebieten ein wichtiges Ziel- und Transitland – etwa für Menschen, die aus Eritrea oder dem Sudan fliehen. Viele versuchen von dort aus weiter nach Europa zu fliehen. Andere Fluchtrouten konnte die Europäische Union erfolgreich blockieren. In Israel droht den Schutzsuchenden die Abschiebung in das Herkunftsland. Publik wurden in letzter Zeit regelmäßig Vorfälle von Misshandlungen von meist eritreischen und sudanesischen Schutzsuchenden durch Menschenhändler auf ihrem Fluchtweg nach Israel. Seit knapp zwei Jahren reißen die Berichte von Entführungen, Erpressungen, Folter und Todesfällen von Flüchtlingen im Sinai nicht ab. Schaffen es die Flüchtlinge über die Grenze nach Israel, droht ihnen dort die Inhaftierung. Im Januar 2012 verabschiedete die israelische Regierung ein Gesetz, das die Inhaftierung von „irregulären Einwanderern“ von bis zu drei Jahren erlaubt. Das Land verfügt erst seit 2008 über ein eigenes Asylverfahren, zuvor war allein UNHCR für die Prüfung von Asylbewerbern zuständig. Eine israelische Behörde nahm ihre Arbeit erst 2009 auf. Es gibt Berichte von eklatanten Missständen im israelischen Asylverfahren. Seit Bestehen des israelischen Asylverfahrens wurde gerade einmal ein einziger Flüchtling als schutzbedürftig anerkannt. Ein Minusrekord, bei dem man an die Verantwortlichen appellieren muss, humanitäre Mindeststandards zu garantieren.

Als Kommentar erschienen zum taz-Artikel Rassismus in Israel (25.5.2012) Rausschmiss statt Arbeitserlaubnis -Rechte Regierungspolitiker in Israel hetzen gegen illegale Einwanderer aus Eritrea und dem Sudan. Zuvor hatten junge Israelis Einwanderer angegriffen.- von Susanne Knaul 02.06.2012 13:19 Uhr , Leserbrief in taz-Druckausgabe 6.6.2012

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Leserbrief zur Grass-Debatte, erschienen im Main-Echo vom 11.4.2012 „Will der Iran Frieden?“ Der Präsident des Iran von 1989 bis 1997 Rafsandjani äußerte während einer Rede anlässlich des Al – Quds -Tages in Teheran am 13.Dezember 2001 zum Zielort einer iranischen Bombe:“Die Anwendung einer einzigen Atombombe würde Israel völlig zerstören, während sie der islamischen Welt nur begrenzte Schäden zufügen würde. Die Unterstützung des Westens für Israel ist geeignet, den Dritten Weltkrieg hervorzubringen, der ausgetragen wird zwischen den Gläubigen, die den Märtyrertod suchen, und jenen, die der Inbegriff der Arroganz sind.” Atomwaffen im Besitz des Iran würden im Hinblick auf Israel „nicht nur zur Abschreckung dienen.“ Äußern sich so Menschen, die einen Frieden wollen?

Christian Schauer

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Leserkommentare(taz) 08.09.2011 von Schauer, Christian: Leserbrief zu: „Fünf Fragen an Deutschland“, in: Tageszeitung vom 1.9.2011

Herr Vidal führt ein Buch an, wonach die überwiegende Mehrheit der Palästinenser am Kampf der Alliierten gegen Nazideutschland teilgenommen hat, während die Kollaboration des Muftis von Jerusalem und seiner SS-Legion, die ausschließlich aus Muslimen vom Balkan bestand, ein marginales Phänomen darstellte. Er unterschätzt die Sympathien der Palästinenser für den Nationalsozialismus enorm. Der deutsche Konsul in Jaffa, Timotheus Wurst, meinte im März 1936 zu den muslimischen Palästinensern, sie seien „aufs tiefste beeindruckt durch faschistische, vor allem nationalsozialistische Lehren und Anschauungen. Der Nationalsozialismus mit seinen judenfeindlichen Ansichten hat bei den Arabern Palästinas, die sich in einem verzweifelten und fast aussichtslosen Abwehrkampf gegen den Zionismus befinden, verwandte Saiten anklingen lassen. Faschismus und Nationalsozialismus sind auch bei den Arabern vielfach zu Maßstäben geworden, an denen alle übrigen politischen Systeme und Lehren gemessen werden, und Adolf Hitler ist zweifelsohne in den Augen vieler Araber der bedeutendste Mann des 20. Jahrhunderts schlechthin. So groß ist die Volkstümlichkeit unseres Führers, dass es wohl kaum einen Arabergibt, und sei es der einfachste Fellache, der den Namen Hitler nicht kennt.“ Besonders aktive Nationalsozialisten waren die Pfadfinder und die Istiqlal -Partei, deren Führer sich intensiv mit der Lektüre von „Mein Kampf“ befasst hat. Nach Schätzungen gut unterrichteter Kreise unterstützten in der damaligen Zeit etwa 60 Prozent der Nichtjuden Palästinas die Nationalsozialisten.

Christian Schauer

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Leserbrief zu „Streit um Grabstätten“, in: Der Heimatbote vom 2.3.2010 Der Brief erschien im „Heimatboten” vom 6.3.2010

Religiöser Fundamentalismus in Israel wird unter anderem von der Gush Emunim vertreten. 1974 wurde die Gush Emunim gegründet, die jeden Kompromiß mit den Arabern ablehnt. Durch die Anlage illegaler Siedlungen in den besetzten Gebieten sollten vollendete Tatsachen geschaffen werden. Führer waren Anhänger von Rav Zvi Yehuda Kook. Nach dem Sieg des Likud 1977 hatte die Gush Emunim wichtige Sympathisanten in staatlichen Stellen. Man schuf ein eigenes Schulsystem mit einer umfassenden Lebensethik, deren Regeln sich religiös definierten. Sie erhöhten die Zahl der Märsche in den besetzten Gebieten. Aktiv war die Bewegung an der Kolonisierung „Judäa- Samarias“ beteiligt. Ein wichtiger Erfolg war die Gründung der Siedlung Elon Moreh in der Nähe von Nablus, die 1976 endgültig legalisiert wurde. Siedlungsversuche gab es nach dem Sechstagekrieg in Hebron. Radikale Juden besetzten unter Führung von Rabbi Mosche Levinger ein Hotel.1970 entstand in der Nähe von Hebron eine jüdische Stadt namens Kyriat Arba, deren Bewohner die Gush Emunim unterstützten. Nach dem Sieg von Menachem Begin 1977 begann eine verstärkte Siedlungstätigkeit. In Elon Moreh erklärte der Likud-Sturkopf: „Es werden noch viele weitere Elon Morehs folgen.“ Seit 1980 waren die Gush Emunim terroristisch. Führer des radikalen Flügels war Moschee Levinger, der den Terror begrüßte, Yoeil Bin-Nun kritisierte den wahllosen politischen Mord. Die Zerschlagung des Untergrund-Netzwerkes der Gush Emunim förderten ein erstaunliches Komplott ans Tageslicht. Die jüdischen Terroristen planten, die Moscheen am Jerusalemer Tempelplatz in die Luft zu sprengen. Die Sprengung könnte mehrere hundert Millionen Muslime zum Jihad veranlassen. Es käme zum Kampf zwischen Gog und Magog nach Logik der Gush Emunim. Der Sieg Israels könnte das Kommen des Messias vorbereiten. Das Ganze klingt doch reichlich wahnsinnig. Zu den Befürwortern gehört Dan Be’eri, der sich an den ersten Siedlungsversuchen in Elon Moreh 1976 beteiligte. Der Plan zur Moscheen-Sprengung erschien ihm als Resultat der Lektüre von heiligen Schriften. 1984 werden die Tempelplatzverschwörer identifiziert und festgenommen.

Die Gush Emunim wirkte 1990 in einer religiös konservativen Koalition weiter. Nach der Sichtweise der Extremisten haben die Nicht ­-Juden kein Recht auf Israel, das dem auserwählten Volk verheißene Land. Ziel ist hier die Vertreibung der Palästinenser. Diese Bewegung und andere Siedler sind komplementär zu Hamas – jeglicher Kompromiß wird ausgeschlossen. Der Likud, der jetzt regiert, gewährt diesen Bewegungen viel zu viel Raum.Immer weiter die Palästinensergebiete im Westjordanland zu besiedeln, das kann nicht gut gehen.

Christian Schauer

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Main-Echo 24.2.2010 (Auszug) »Imam hat eine empfindliche Grenze überschritten« Religion: Generalsekretär der Frankfurter Gemeinde kann Inhalt der anti-israelischen Predigt nicht vertreten Frankfurt Der frühere Imam der Frankfurter Fatima-Zehra-Moschee hat nach Überzeugung der Mehrheit der Gemeinde mit seiner anti-israelischen Predigt eine »empfindliche Grenze« überschritten. Dies sagte der Generalsekretär der Hazrat-Fatima-Zehra-Gemeinde, Ünal Kaymakci, gestern in Frankfurt.

Leserbrief schauer

Imam hat eine empfindliche Grenze überschritten Die vom Frankfurter Imam in seiner Predigt im September 2009 vorgetragenen Äußerungen zum Palästinakonflikt sind keine Einzelmeinung in der muslimischen Welt. Die darin geäußerten Schwarz-Weiß-Raster lassen sich wie folgt zusammenfassen: Muslime sind immer unterdrückt und restlos unschuldig, der Westen (Imperialismus) ist restlos negativ. Die Gründung Israels wird in einen Topf mit der aktuellen Politik der USA geworfen (Irak, Afghanistan), die durchaus kritikwürdig ist. Die zweitausend Jahre lange Verfolgung der Juden wird nicht zum Thema gemacht, das heißt die Frage nicht aufgeworfen, wohin die Juden nach ihrer Vernichtung im Zweiten Weltkrieg und dem hohen Ausmaß an Kollaboration hätten gehen sollen. Auch sollte angeführt werden, dass der Holocaust auch in Palästina stattgefunden hätte, wenn es nach dem Willen der mit dem Dritten Reich verbündeten Führung der Palästinenser (Mufti Amin Al Husseini) gegangen wäre.* Wie überhaupt die Zustimmung für das Dritte Reich im arabischen Raum sehr groß war. Die eigene gewaltsame Ausbreitung des Islam im 7. Jahrhundert wird auch nicht thematisiert und schon gar nicht kritisiert. Einen Grund, auch nur einen Quadratkilometer israelischen Staat anzuerkennen, gibt es nicht, da der Holocaust entweder geleugnet, relativiert oder verharmlost wird. Im ganzen muslimischen Raum sollte es keinen nicht-muslimischen Staat geben. Der Quds Tag ist der Tag des gewaltsamen Sieges des Islam („Tod Israel“- Rufe im Iran). Besonders plastisch forderte der gegenwärtige iranische Präsident Ahmadinedschad am 26. Oktober 2005 in Teheran: „Das Regime, das Jerusalem besetzt hält, muss aus den Annalen der Geschichte getilgt werden.“ Ist es wirklich so, dass die Gewalt immer nur von einer Seite ausging?

Christian Schauer, geschrieben: 11.04.2010, ME online

* Großmufti Amin al Husseini war Agent der faschistischen Achse. Hier ein Auszug aus einer Rede vor den Imamen der bosnischen SS-Division vom 4.10.1944 Verhältnis zu den Juden: In der Bekämpfung des Judentums nähern sich der Islam und der N.S. einander sehr. Fast ein drittel des Koran beschäftigt sich mit den Juden. Er hat alle Moslime aufgefordert sich vor den Juden in acht zu nehmen, und sie wo man sie treffen mag zu bekämpfen. Die Juden haben in Kheibar versucht, den von Gott gesandten Mohamed zu vergiften und verschiedene Attentate gegen ihn unternommen oder unternehmen lassen, die alle misslungen sind. Alle Versuche Mohameds sie zur Vernunft zu bringen waren erfolglos, sodass er sich endlich gezwungen sah, die Juden zu beseitigen und sie aus Arabien hinauszujagen.

Amin al-Husseini

Amin al-Husseini

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Leserbrief zu „Kampf geht weiter – Hamas feiert ihren 22. Gründungstag“, in: Der Heimatbote vom 15.12.2009 – Der Brief erschien im „Heimatboten“ vom 19. 12.2009

Die Islamistische Widerstandsbewegung Hamas wurde 1987 als palästinensischer Zweigder Muslimbruderschaft gegründet. 1988 veröffentlichte sie ihre bis heute unverändert gültige „Charta“. Sie kennzeichnet darin ihren Djihad als antijüdischen Kampf der Islamisten schlechthin. In der Charta heißt es dazu: „Dieser Djihad verbindet sich mit dem Impuls des Märtyrers Izz a-din al-Quassam und seinen Brüdern in der Muslimbruderschaft, die den Heiligen Krieg von 1936 führten; er ist darüberhinaus (…) mit dem Djihad der Muslimbrüder während des Kriegs von 1948 verbunden, wie auch mit den Djihad-Operationen der Muslimbrüder von 1968 und danach. (…) Der Prophet – Andacht und Frieden Allahs sei mit ihm, – erklärte: Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten; bevor sich nicht die Juden hinter Felsen und Bäumen verstecken, welche ausrufen: Oh Muslim! Da ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt; komm und töte ihn! (…)“

In der Charta werden die Protokolle der Weisen von Zion als ein authentisches Dokument präsentiert. Die Juden werden als das Weltübel schlechthin gesehen und nicht nur für die Französische Revolution und den Ersten Weltkrieg, sondern auch für den Zweiten Weltkrieg, die Ausbeutung der Dritten Welt durch den Imperialismus und den Drogenschmuggel verantwortlich gemacht. Die Hamas definiert sich als „universelle“ Bewegung und als „Speerspitze und Avantgarde“ im Kampf gegen den „Weltzionismus“. Aziz ar-Rantisi, einer der Gründer und zwischenzeitlich der Führer der Hamas, bezeichnete den Holocaust als die größte aller Lügen, als Propaganda, welche die Zionisten über die Medien verbreiteten. Er führte zudem aus, dass die Ermordung vieler Juden durch die Nationalsozialisten von den Zionisten unterstützt worden sei, um die Juden zum Auswandern nach Palästina zu zwingen. Die Holocaust-Leugnung ist in manchen arabischen Ländern eine gängige Haltung. Hier einige Beispiele: Präsident Gamal Abdel Nasser im Mai 1964 in der „Deutschen Nationalzeitung”: „ Die Lüge von den sechs Millionen ermordeten Juden wird von niemandem ernst genommen.“ Der amtierende Palästinenserpräsident Mahmut Abbas ist ebenfalls Holocaust – Relativierer. Er schrieb 1983 eine Doktorarbeit über “Die geheimen Beziehungen zwischen Nazis und der Führung der Zionistischen Bewegung”, in der er behauptete: Nicht sechs Millionen, sondern maximal 890.000 Juden seien in den nationalsozialistischen Lagern ermordet worden. Sie seien Opfer eines zionistisch-nazistischen Komplotts gewesen. Die Zionisten hätten den Holocaust gewollt, um ihn als Druckmittel zur Schaffung des Staates Israel zu verwenden. Al Ahram“ am 2. Februar 1998: Es waren „niemals … mehr als 70.000 Juden in Auschwitz“. Palästinensische Zeitschrift ‚al Hayat Al Jadidah“ am 2. Juli 1998: „Die Wahrheit aber ist, dass die Verfolgung der Juden ein Mythos ist, den die Juden Holocaust genannt haben, um ihn auszubeuten und so Sympathiezu gewinnen.“ Al Akbar“ am 14. Juli 1998: “Israel hat seinen Staat auf eine Fülle von Mythen und Lügen aufgebaut. Deshalb waren die zionistischen Organisationen so angsterfüllt, als Roger Garaudy über die Lüge schrieb, dass die Juden im Zweiten Weltkrieg in Gaskammern vernichtet worden seien.“

Christian Schauer, Neuwiesenstraße 14, 63755 Alzenau

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Leserbrief zu: „Im Belfast des Nahen Ostens“, in: Main-Echo vom 14.7.2009; erschienen am 31. Juli 2009 im Main-Echo unter dem Titel: „Theaterstück weist Weg zur Versöhnung“

Die jüdische Gemeinde in Hebron rangiert ganz oben bei dem, was gemeinhin unter dem Phänomen “radikal-fanatische Siedler“ verzeichnet wird. Ungefähr Tausend leben im Zentrum der zweitgrößten Stadt im Westjordanland. Hebron ist für das Judentum eine heilige Stätte. Erwähnt sei das Patriarchengrab, die Machpela, wo Abraham begraben liegt. Dass der auch Stammvater der anderen beiden großen monotheistischen Religionen ist, spricht für potentiell Verbindendes. Dieses Verbindende wird jedoch häufig nicht erreicht. Extremes Beispiel ist der Extremist Baruch Goldstein, der 1994 29 muslimische Palästinenser erschoß. Er wird von den Siedlern als „Märtyrer“ verehrt. Diese Siedlerbewegung ist der eine Teil der Unversöhnlichkeit in dieser Stadt.

Der palästinensische Extremismus auf der anderen Seite kam in einem großen Massaker 1929 zum Ausbruch. Am 23. August kam es zu einem heftigen arabisch- jüdischen Zusammenstoß in Jerusalem, hinter dem die Agitation des Großmufti von Jerusalem, Hadj Amin el-Husseini stand. Die Unruhen griffen auf andere Städte über. Am schlimmsten waren die arabischen Massaker in Hebron und Safed. Allein dem Massaker von Hebron fielen 67 Juden zum Opfer. Die Massaker standen unter dem Zeichen von martialischen Schlachtrufen wie „Palästina ist unser Land, und die Juden sind unsere Hunde“ oder „Das Gesetz Muhammads wird mit dem Schwert durchgesetzt“ sowie „Wir sind wohlbewaffnet und werden euch mit dem Schwert töten“. Auch in Jerusalem, Jaffa und Safed fanden an diesem Tag Massaker statt .In Safed wurden 20 Juden getötet. Vielleicht bietet das Theaterstück Hebron von Tamir Greenberg einen zumindest fiktiven Ausweg. Das Stück beginnt mit der Ermordung eines jüdischen und eines arabischen Kindes. Die Mütter weigern sich, die Leichen Ihrer Kinder sofort beerdigen zu lassen, und rebellieren somit gegen die Regeln der jeweiligen Religion. Ein Zirkel von Rache und Zerstörung folgt, wobei die Angehörigen der beiden betroffenen Familien nicht nur in ihrem Hass, sondern auch in ihrem hilflosen Schmerz porträtiert werden. In Ayala, der jungen Tochter der jüdischen Familie, in Mahdi, dem behinderten Sohn der palästinensischen Familie und einem Waisenjungen personifiziert sich die Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Gemeinsam verlassen sie die zerstörte Stadt. „Wenn Olivenbäume um Gnade flehen“, titelte ein Rezensent über die nahezu unmögliche, aber in diesem Ausnahmestück realisierte Verbindung von ungeschminktem Realismus und nachdenklicher Phantasie. Als “Hebron” in Israel aufgeführt wurde, kam es jeden Abend zu Demonstrationen der Anhänger der Rechten. Tamir Greenberg –der ungeliebte Autor- wurde bedroht. Im Parlament sowie in den Medien kamen Diskussionen auf. Zwei Politiker von rechts und von links veröffentlichten gemeinsam einen Aufruf, dass jeder Israeli und jeder Palästinenser sich dieses Stück anschauen solle. Es ist bis heute das einzige hebräische Theaterstück, das ins Arabische übersetzt und in Palästina als Buch herausgebracht wurde.

Christian Schauer

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Wie könnte ein Frieden aussehen?

Bei der Frage, ob dieser Krieg Israels gegen die Hamas, der zum Jahreswechsel schon über 300 Menschen das Leben gekostet hat, darunter wie immer vielen Unschuldigen, nötig ist, sollte jeder zunächst die Charta der Hamas (ihr Programm) studieren, um sich dann selbst diese Frage zu beantworten.

In der Charta heißt es unter anderem:

Artikel 7: Weil Muslime, die die Sache der Hamas verfolgen und für ihren Sieg kämpfen (…), überall auf der Erde verbreitet sind, ist die Islamistische Widerstandsbewegung eine universelle Bewegung. (…) Hamas ist eines der Glieder in der Kette des Dschihad (“Heiliger Krieg”), die sich der zionistischen Invasion entgegenstellt. Dieser Dschihad verbindet sich mit dem Impuls des Märtyrers Izz a-din al-Quassam und seiner Brüder in der Muslimbruderschaft, die den Heiligen Krieg von 1936 führten; er ist darüber hinaus (…) mit dem Dschihad der Muslimbrüder während des Kriegs von 1948 verbunden, wie auch mit den Dschihad-Operationen der Muslimbrüder von 1968 und danach. (…) Der Prophet – Andacht und Frieden Allahs sei mit ihm – erklärte: Die Zeit wird nicht anbrechen, bevor nicht die Muslime die Juden bekämpfen und sie töten; bevor sich nicht die Juden hinter Felsen und Bäumen verstecken, welche ausrufen: Oh Muslim! Da ist ein Jude, der sich hinter mir versteckt; komm und töte ihn! (…)

Artikel 13: Ansätze zum Frieden, die sogenannten friedlichen Lösungen und die internationalen Konferenzen zur Lösung der Palästinafrage stehen sämtlichst im Widerspruch zu den Auffassungen der Islamischen Widerstandsbewegung. Denn auf irgendeinen Teil Palästinas zu verzichten bedeutet, auf einen Teil der Religion zu verzichten; der Nationalismus der Islamischen Widerstandsbewegung ist Bestandteil ihres Glaubens. (…) Für die Palästina-Frage gibt es keine andere Lösung als den Dschihad. Die Initiativen, Vorschläge und Internationalen Konferenzen sind reine Zeitverschwendung und eine Praxis der Sinnlosigkeit. Das palästinensische Volk aber ist zu edel, um seine Zukunft, seine Rechte und sein Schicksal einem sinnlosen Spiel zu unterwerfen.

Artikel 32: Der Weltzionismus und die imperialistischen Kräfte haben mit klugen Schritten und bewusster Planung versucht, die arabischen Länder aus der Kampfarena gegen den Zionismus wegzustoßen, um letztendlich das palästinensische Volk zu isolieren. Ägypten wurde bereits hauptsächlich mit Hilfe des betrügerischen Camp- David-Abkommens aus dem Konflikt geworfen und es hat versucht, auch andere Länder in ähnliche Abkommen zu ziehen, um sie aus dieser Kampfarena auszuschließen.Hamas ruft die arabischen und islamischen Völker dazu auf, ernsthaft und unermüdlich zu handeln, um dieses schreckliche Komplott zu durchkreuzen und den Massen die Gefahr vor Augen zu halten, die mit dem Austritt aus der Kampfarena gegen den Zionismus verbunden ist. Heute ist es Palästina – und morgen könnten es andere Länder sein.

Wie könnte ein Frieden zwischen Israel und der Hamas aussehen? Christian Schauer, Neuwiesenstraße 14, Alzenau (Inwiefern die Charta von 1988 heute noch tatsächlich Bedeutung für die Hamas-Positionen hat, ist umstritten. Ungeachtet dessen ist sie weiterhin gültig. Anmerkung der Redaktion)

Main.-Echo 6.1.2009

Empfohlener Link

http://www.boell.de/worldwide/middleeast/middle-east-5929.html

http://www.main-echo.de/ueberregional/politik/art4206,646395


Buchbesprechungen

Noam Chomsky, Offene Wunde Nahost. Israel, die Palästinenser und die US-Politik, Europa Verlag Hamburg Wien 2002, 352 Seiten, 19,90 Euro

Mit viel Sympathie für die Palästinenser schildert Noam Chomsky den Nahost-Konflikt, das Verhältnis zwischen den Israelis und den Palästinensern und die dominante Stellung der USA in diesem Spannungsfeld. Schon den zionistischen Führern weist der Autor dieses Buches von Anfang an nach, daß sie sich mit einer Teilung des Staatsgebietes und der Existenz zweier Staaten nicht abfinden konnten und wollten. So konstatierte David Ben Gurion (langjähriger Ministerpräsident und Mitglied der Arbeiterpartei nach Staatsgründung 1948) schon 1938 in einer parteiinternen Diskussion: 

Wenn wir durch die Gründung des Staats zu einer starken Macht geworden sind, werden wir die Teilung aufheben und uns auf ganz Palästina ausdehnen… Der Staat wird nur ein Stadium bei der Verwirklichung des Zionismus sein und seine Aufgabe darin bestehen, durch ein jüdisch-arabisches Abkommen den Boden für unsere Ausdehnung auf ganz Palästina zu bereiten… Der Staat muß die Ordnung nicht durch Moralpredigten, sondern, wenn notwendig, auch durch Maschinengewehre aufrechterhalten.“

Der spätere Ministerpräsident Begin erklärte 1948 nach der Staatsgründung: 

Die Teilung des Heimatlandes ist illegal. Sie wird niemals anerkannt werden. Die Unterschriften auf dem Teilungsvertrag sind ungültig. Sie haben für das jüdische Volk keine bindende Kraft. Jerusalem war und wird immer unsere Hauptstadt sein. Eretz Isreal (das Land Israel) wird dem jüdischen Volk zurückerstattet werden. Alles. Und für immer.“ 

Im Mai 1948 informierte David Ben Gurion seinen Generalstab über folgende strategische Ziele: 

Wir sollten uns darauf einstellen, zur Offensive überzugehen und den Libanon, Transjordanien und Syrien zu vernichten…“ 

Bemerkenswert an dem Buch Chomskys ist das, was man über die Übergriffe des jetzigen Ministerpräsidenten, Ariel Scharon, gegenüber der palästinensischen Zivilbevölkerung erfährt. Berichtet wird in diesem Zusammenhang von einem Vorfall vom Oktober 1953, als eine von Scharon kommandierte „Einheit 101“ ein jordanisches Dorf angriff. Die Aktion galt als Vergeltung für die Ermordung von drei Israelis, wobei Jordanien Zusammenarbeit bei der Ergreifung der Täter angeboten hatte. Militärbeobachter der UN berichteten zu den Ereignissen folgendes: „Von Kugeln durchsiebte Leichen nahe den Hauseingängen und zahlreiche Geschoßeinschläge in den Türen wiesen darauf hin, daß die Bewohner gezwungen worden waren, in den Häusern zu bleiben, bis diese über ihnen in die Luft gejagt wurden … Zeugen beschrieben übereinstimmend, eine Nacht voller Schrecken durchlebt zu haben, während derer israelische Soldaten in ihrem Dorf Gebäude in die Luft sprengten, mit automatischen Waffen in Türeingänge und Fenster feuerten und Handgranaten warfen.“ … Selbst die pro-israelische Presse in den USA verglich den Angriff mit dem Massaker von Lidice 1942.

Chomsky wirft den Israelis vor, seit den ersten Tagen der Besetzung, systematisch die Methode der Zerstörung von Wohngebäuden als  kollektive Bestrafung angewandt zu haben. Die Arbeiterpartei sei dabei noch schärfer vorgegangen als Likud, wobei das gleiche für Ausweisungen gelte: „Als zwischen 1967 und 1977 die Arbeiterpartei am Ruder war, wurden 1180 Personen ausgewiesen, unter der Likud-Regierung (1978 bis 1985) gab es 13 Ausweisungen.“ Unrühmlich im Gazastreifen tat sich der besagte Ariel Scharon hervor. In den frühen siebziger Jahren und 1981/1982 herrschte unter seiner Regie dort „blindwütiger Terror“.

Ungleiche und willkürliche Behandlung sind auch in anderen Bereichen des öffentlichen Lebens vorzufinden: „Im Sommer 1995 drehte die israelische nationale Wassergesellschaft Mekorot  im mittleren und südlichen Teil des Gaza-Streifens zwanzig Tage lang den Hahn ab, weil die Leute kein Geld hatten, um die Rechnung zu bezahlen. Während einige wenige israelische Siedler Luxushotels mit Swimmingpools leiten und von der bewässerungsintensiven Landwirtschaft profitieren, fehlt es den Palästinensern an Trinkwasser und in zunehmendem Maße auch an Nahrungsmitteln, weil die Wirtschaft funktionsunfähig gemacht wird.“ 

Mosche Dajan, Kriegsheld im Sechs-Tage-Krieg 1967, wollte den Arabern 1967 klarmachen, daß “wir keine Lösung haben, und ihr weiterhin wie Hunde leben werdet, und wer es vorzieht zu gehen – soll gehen …“ Vieles, was Israelis machen, entspricht leider dieser wenig schmeichelhaften Beschreibung der Lage und der Aussichten der Palästinenser.

Der israelische Zeitschriftenherausgeber Jigal Schwartz beschreibt die Einschätzungen von israelischen Militärangehörigen im Westjordanland gegenüber den Palästinensern. Diese werden als primitive Menschen, Indianer, gesehen, die zu disziplinieren seien. Falls notwendig, müsse zur Rute gegriffen werden. Ein ehemaliger Leiter des militärischen Geheimdienstes meint in diesem Sinn: „Es reicht nicht aus, das Haus eines Terroristen zu zerstören, weil das nicht abschreckend genug wirkt. Wir sollten alles im Umkreis von 300 bis 400 Metern um sein Haus herum zerstören.“ 

Zu erwähnen ist noch das Massaker von Sabra und Schatila (beides Palästinenserlager) vom 16. September 1982, an dem Ariel Scharon nicht unwesentlich beteiligt war. An diesem Donerstag drangen Lastwagen voller Soldaten der mit Israel verbündeten Truppen der Phalange und Haddads ein. Laut Scharon hatten diese Truppen die Aufgabe, die schutzlosen Lager „von Terroristennestern“ zu säubern. „Während der Nacht wurden die Lager von israelischen Scheinwerfern erhellt, während die Milizen die Bewohner systematisch abschlachteten“ – so faßt Chomsky das Geschehen zusammen. Das Massaker, das bis zum Samstag morgen dauerte, spielte sich unter den Augen der israelischen Truppen  ab. Ein Massengrab wurde in der Nähe des israelischen Kommandozentrums ausgehoben. „Nichts Ungewöhnliches“ meinten dazu Angehörige des israelischen Militärs angesichts des Anblickes von Lastwagen voller Leichen. Nach Angaben des militärischen Geheimdienstes wurden dabei 700 bis 800 Personen getötet. 1.200 Tote wurden von ihren Angehörigen privat bestattet.

Chomsky geht letztendlich davon aus, daß den Palästinensern auch in Zukunft keine großen Zugeständnisse gemacht werden. „Das Abkommen von Oslo II und seine Folgen stellen mithin einen weiteren Triumph der amerikanisch-israelischen Verweigerungshaltung dar, die sich zwar vom Rest der Welt isoliert, aber über die Waffen und andere Hebel der Macht verfügt.“ Der Vergleich mit Südafrika wird in diesem Zusammenhang nicht gescheut: „Ob die USA und Israel die Distrikte oder Kantone, die zu regieren sie der PLO gestatten, nun einen ‘Staat’ nennen oder anders – vielleicht, wie David Bar-Illan geschmackvollerweise vorschlug ‘Hühnerfrikassee’ – so läuft doch alles auf das südafrikanische Bantustan – Modell hinaus.“

Insgesamt sieht er Autor keine positive Perspektive für die besetzten Gebiete: die Arbeitslosigkeit hat sich im Verlaufe des Jahres 1996 nahezu verdoppelt, die Investitionen gingen entscheidend zurück, das Prokopf – Einkommen um 20 Prozent. Der „Friedensprozeß“ dient den Interessen Israels und der USA, die Interessen der Palästinenser sind zweitrangig. Israel hat sich nicht bereit erklärt, die UN-Resolution 242 (Rückzug aus den besetzten Gebieten) zu akzeptieren.  


Wer jetzt von Israel enttäuscht ist, der lese das Buch:

Leonard J. Davis, Israels Überlebenskampf, Neuhausen-Stuttgart 1987, Hänssler-Verlag, 367 Seiten, zur Zeit nicht im Buchhandel erhältlich

Besonders interessant ist das Kapitel „Arabische Äußerungen gegenüber Israel“, die

von 1948 (Gründung des Staates) bis Anfang der achtziger Jahre dokumentiert sind. 

Dies wird ein Vernichtungskrieg sein, ein ungeheures Massaker, das von sich reden machen wird wie die Kreuzzüge und die Blutbäder der Mongolen.“ Azzam Pasha (Generalsekretär der Arabischen Liga am 15. Mai 1948, an dem fünf arabische Armeen in den neuen Staat Israel einfielen.)

Ich erkläre einen heiligen Krieg, meine moslemischen Brüder! Schlagt die Juden tot! Bringt sie alle um!“ (Mohammed Amin al Huseini, Mufti von Jerusalem, 1948)

Die Araber sollen bis zu 10 Millionen von 50 Millionen ihrer Bevölkerung zu opfern bereit sein, wenn es nötig sein sollte, um Israel zu vernichten … Israel bedeutet für die arabische Welt soviel wie ein Krebsgeschwür für den menschlichen Körper. Der einzige Weg zur Rettung ist, es restlos zu entfernen – wie einen bösartigen Tumor.“ Saud ibn Aziz, König von Saudi-Arabien, Associated Press, 9. Januar 1954) 

Von dieser Stelle aus verkündige ich im Namen des Volkes der Vereinigten Arabischen Republik, daß wir dieses Mal Israel auslöschen werden.“ (Präsident Gamal Abdel Nasser von Ägypten bei einer Rede in Alexandrien, 26. Juli 1959) 

Unser Hauptziel wird die Zerstörung Israels sein.“ (Präsident Gamal Abdel Nasser von Ägypten am 27. Mai 1967, neun Tage vor dem Beginn des Sechs-Tage-Krieges) 

Die Existenz Israels ist ein Irrtum, der korrigiert werden muß. Dies ist unsere Gelegenheit, die Schande abzuwaschen, die seit 1948 auf uns liegt. Unser Ziel ist klar – Israel von der Landkarte verschwinden zu lassen.“ (Präsident Abdel Rahman Aref von Irak, 31. Mai 1967) 

Das Ziel unseres Kampfes ist, das Ende Israels herbeizuführen. Und da gibt es keinerlei Kompromisse.“ (PLO-Führer Yasir Arafat in der Washington Post, 29. März 1970) 

Israels Existenz im Herzen des arabischen Volkes ist eine Sinnwidrigkeit. Mit allen Mitteln müssen wir darum kämpfen, davon wieder frei zu werden.“ (Radio Amman, Jordanien, 17. November 1970) 

Alle Länder sollten sich am Krieg gegen die Zionisten beteiligen, die doch nur alle menschlichen Organisationen, die Zivilisation und das Werk guter Menschen zu zerstören versuchen.“ (König Faisal von Saudi-Arabien, Rede in Uganda, Berut Daily Star, 17. November 1972) 

Unsere Streitkräfte setzen dem Feind zu und werden ihn so lange bekämpfen, bis wir die besetzten Gebiete zurückerobert haben. Und auch dann werden wir keine Ruhe geben, sondern das ganze übrige Land befreien.“ (Präsident Hafez Assad von Syrien, Radio Damaskus, 16.Oktober 1973)  

Der Kampf mit Israel muß so geführt werden, daß nach seinem Ende Israel aufgehört haben wird zu existieren.“ (Präsident Muammar Gaddafi von Libyen, al-Isbu al-Arabi (Beirut), zitiert von Radio Algier, 12. November 1973) 

Wenn wir unsere Pflicht getan und die West Bank und Jerusalem befreit haben, ist es unsere nationale Aufgabe, alle besetzten arabischen Gebiete zu befreien.“ (König Hussein von Jordanien, Radio Amman, 1. Dezember 1973)  

… Palästina ist nicht nur Teil unserer arabischen angestammten Heimat, sondern auch ein fundamentaler Teil des südlichen Syriens.“ (Präsident Hafez Assad von Syrien, Radio Damaskus, 8.  März 1974)

Wenn die Rechte des palästinensischen Volkes nur in der Errichtung eines palästinensischen Staates auf der West Bank und im  Gaza-Streifen bestehen sollen, für was haben wir als arabische Nation dann 1967 gekämpft? … Wir waren uns einig über die Anwesenheit der Vertreter der PLO bei der Genfer Konferenz … um über die Rechte des palästinensischen Volkes zu sprechen, die über die Linien vom 5. Juni (1967) hinausgehen.“ (Zeid al-Rifai. Premierminister von Jordanien, Radio Amman, 12. Mai 1974) 

Ihr seid die Generation, die das Meer erreichen und die palästinensische Flagge über Tel Aviv aufziehen wird.“ (PLO-Führer Yasir Arafat, Rede im Guerilla-Trainingslager ANSA in Kairo, am 25. Juli 1974) 

… es gibt eine Mindestforderung im Hinblick auf die palästinensische Nation. Das ist die Ablehnung jeder Anerkennung eines zionistischen Staates … unsere Ablehnung jeder Regelung auf der Grundlage der fortdauernden Existenz dieses fremden Gebildes.“ (PFLP-Führer Dr. George Habash, Al-Bayrad, Beirut, 4. Februar 1975)   

Die Existenz des Zionismus in unserer angestammten Heimat ist einer der Irrtümer, von denen die menschliche Geschichte voll ist. Dieser Irrtum darf nicht fortbestehen und ist zum Tode verurteilt.“ (Leitartikel in Al-Ba’ath Damaskus, dem offiziellen Organ der regierenden Ba’ath-Partei, 2. Mai 1975) 

Dieses rassistische Gebilde im Nahen Osten muß und wird eines Tages zerstört werden.“ (Monsour Rashid Kikhia, lybischer Botschafter bei der UN, Aussage vor dem Weltsicherheitsrat, 24. März 1976) 

Die Araber fordern nicht nur die West Bank und den Gaza-Streifen, sondern alles Land, das seit 1948 erobert worden ist … Der Ausspruch, daß die Rechte der Palästinenser wiederaufleben werden und Palästina befreit werden soll, kann nur eine einzige Bedeutung haben – die Auslöschung Israels.„ (Radio Damaskus, 22. Dezember 1976) 

Wir können nicht an die Anerkennung Israels denken, denn das würde bedeuten, einen Teil unseres Landes abzutreten. Unser zentrales Ziel ist die Schaffung eines unabhängigen Palästinenserstaates in allen Teilen Palästinas, das wieder befreit sein wird. Es hat in der Welt ähnliche Entwicklungen gegeben. In Vietnam zum Beispiel entschieden die Vietnamesen sich für die Schaffung Nordvietnams. Nach zehn Jahren haben sie Südvietnam befreit.“ (Farouk Kaddoumi, Führer der politischen Abteilung der PLO, zitiert in Voice of Palestine am 2. Juli 1977) 

Das Recht auf Selbstbestimmung im Sinne der arabischen Nationalisten bedeutet die totale Befreiung und das Wiederaufleben aller nationalen historischen Rechte der palästinensischen Nation in ihrem Land … das Recht der Palästinensischen Nation auf Selbstbestimmung findet seinen Ausdruck in der Entlarvung und der Zerstörung der zionistischen Idee und Israels, das das Resultat dieser Idee ist.“ (Sami el-Atri, Sekretär des Palästinensischen Zentralkomitees. Interview mit der Kuwaiter Zeitung Al-Kabas 7.  März 1978) 

Vielleicht das schlimmste Erlebnis des schändlichen Besuches (in Jerusalem) ist, daß der gläubige Präsident (Sadat) sich angemaßt hat, das Wort Gottes auszulegen … Er lobte die Juden in einer Weise, die dem Koran widersprach … Der verstorbene König Faisal (von Saudi-Arabien) sagte, er hätte keinen einzigen Satz darin gefunden, in dem ein Lob für Juden ausgesprochen wurde … Weiß Sadat mehr von der Auslegung des Korans als König Faisal? Ich frage alle aufrichtigen Menschen in der arabischen Nation: Wer ist der Mann, dessen akrobatische Politik und Initiativen die Araber Divisionen gekostet haben? Wir wollen Sadat sagen, daß er sich in die Hölle scheren soll, damit wir eine arabische Solidarität schaffen können, die stärker ist als je zuvor.“ Syrischer Verteidigungsminister Mustafa Tlas, Tishrin, Damaskus, 6. Februar 1978) 

Sadat muß sich im klaren darüber sein, daß er gestürzt werden wird. Es ist sein Schicksal. Jeden, der das palästinensische Volk verrät, wird es treffen.“ (Yasir Arafat, Associated Press, Beirut, 12. März 1979) 

Heute ist Begin in Kairo. Ägypten, leg die Hände nicht in den Schoß! Vergifte das Nilwasser, das Begin trinkt! Erspare dem Grab Nassers den Anblick Begins – es würde ihm ein zweites Mal den Tod bringen, Begin in Kairo zu sehen! Ägypten, tu den Mund auf, sage etwas! Es ist nicht entscheidend, was du sagst, zeige nur Begin nicht, daß du tot bist, daß du ebenso von den Klauen des Zionismus geschlagen worden bist wie vorher Palästina.“ (Radio Damaskus, 2. April 1979) 

Ich glaube zuversichtlich, daß wir zuletzt Begins eigene Amtszimmer in Jerusalem und Tel Aviv besetzen werden. Wenn auch nur ein einziger Guerillajunge den schier endlosen Kampf überlebt, bin ich sicher, daß er die palästinensische Flagge über Jerusalem hissen wird … Jerusalem muß für immer die Hauptstadt unseres unübertroffenen unabhängigen Palästinenserstaates unter der Führung der PLO sein.“ (Yasir Arafat, Associated Press, Beirut, 8. Mai 1979) 

Die PLO wird nicht zu einer politischen Partei werden, sondern weiterhin vor allem eine Organisation des bewaffneten Kampfes sein. Die PLO wird ihre Angriffe auf Israel niemals zugunsten von diplomatischen Bemühungen aufgeben.“ (Voice of Palestine, Libanon, 8. Oktober 1979) 

Die Teilung Palästinas im Jahr 1947 und die Gründung eines Staates Israel sind grundsätzlich null und nichtig … Die Befreiung Palästinas wird den Zionismus und den Imperialismus zerstören.“ (Der Palästinensische Nationalbund (der PLO), Artikel 19 und 22) 

Friede heißt für uns Zerstörung Israels. Wir stellen uns auf einen totalen Krieg ein, einen Krieg, der Generationen hindurch dauern wird. Seit im Januar 1965 die Al-Fatah geboren wurde, sind wir der gefährlichste Feind Israels geworden … Wir werden nicht ruhen bis zu dem Tag, an dem wir in unsere Heimat zurückkehren und an dem Israel vernichtet ist …“ (PLO-Führer Yasir Arafat) 

Die Besetzung Jerusalems ist eine tiefe und ständig blutende Wunde in unseren Herzen und Seelen … Wir sind entschlossen, es zurückzuerobern, ebenso wie unser geliebtes Land Palästina. Das kann allerdings nicht dadurch erreicht werden, daß man nur darüber spricht oder über den Frieden diskutiert, sondern nur durch Geduld, vernünftige Planung, das Sammeln der Kräfte in einem ‘Dschihad’ und vor allem durch Einigkeit im Reden und Kämpfen.“ (König Khalid von Saudi-Arabien, Riad Domestic Service, 8. März 1980) 

Maschinengewehre und Kugeln sind der einzige Weg, auf dem eine Verständigung mit dem zionistischen Feind zu erreichen ist. Statements, Proteste und UN-Resolutionen haben keinen Sinn. Nur der massive Einsatz von Waffen … Unser Volk kann diesem Kampf nicht ausweichen, der mit Kugeln, Maschinengewehren und Handgranaten ausgetragen wird.“ (Khalil al-Wazir (Abu Jihad), Kopf der militärischen Führung der Al Fatah, Voice of Palestine, Beirut, 3. März 1980)  

Das Ziel der Al-Fatah-Bewegung ist die Befreiung Palästinas in seiner Gesamtheit, die Auslöschung des Zionismus in wirtschaftlicher, politischer, militärischer, kultureller und ideeller Hinsicht.“ (Vierter Konvent der Al-Fatah, Damaskus, Syrien, 31. Mai 1980) 

Es hat keinerlei Änderung in der grundsätzlichen Strategie der PLO gegeben, die das Ziel der totalen Befreiung Palästinas und die Vernichtung seiner Besatzungsmacht verfolgt. Auf keinen Fall werden die Palästinenser einen Teil Palästinas akzeptieren und ihn den palästinensischen Staat nennen und dabei die übrigen Gebiete einbüßen, die als Staat Israel bezeichnet werden.“ Rafiq Najshah, PLO-Vertreter in Saudi-Arabien, Saudi Arabien News Agency, 9. Juni 1980) 

Glaubt ja nicht, daß es mit politischen Mitteln möglich ist, Palästina wiederzugewinnen und nach Jerusalem zurückzukehren. Ihr kommt niemals mehr nach Palästina und werdet nie die Flagge der Revolution über Jerusalem aufziehen, wenn nicht durch den Einsatz von Waffen. Wir wollen keinen politischen Sieg, solange uns der militärische Sieg nicht gehört. Schließt die eisernen Fäuste fest um die Gewehre, die uns zum Sieg führen werden.“ (PLO-Führer Yasir Arafat, Voice of Palestine, Beirut, 16. Juni 1980) 

Die Aufhebung der israelischen Besetzung unseres Landes Palästina ist die erste und wichtigste Bedingung für einen gerechten Frieden  … Die islamische Nation und Gläubige jeder Religion oder Konfession werden die zionistische Herrschaft über das Land, von dem der Prophet zum Himmel aufgefahren ist, wo Prophetenwiegen standen und göttliche Botschaften empfangen wurden, nicht hinnehmen.“ (König Hussein von Jordanien, Rede auf der Islamischen Konferenz, Amman Domestic Service, 11. Juli 1980) 

Der Siegesmarsch wird weitergehen, bis die palästinensische Flagge über Jerusalem und in ganz Palästina weht – vom Jordan bis zum Mittelmeer, und von Rosh Hanikra bis nach Eilat.“ (PLO-Führer Yasir Arafat, Rede an der Universität Beirit, Saut Falastin, Beirut, 7. Dezember 1980)  

Wir werden nicht ruhen, bis unser widerrechtlich enteignetes Land befreit ist und das palästinenische Volk voll Stolz und Würde in seinen unabhängigen Staat mit Jerusalem als Hauptstadt zurückkehrt.“ (Kronprinz Fahd von Saudi-Arabien, Saudi Press Agency Riad, 21. Januar 1981) 

Wir sind entschlossen, mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln einen ‘Dschihad’ zu führen, um die besetzten Gebiete zu befreien … Wir erklären unsere Entschiedenheit, dem Druck und den Aggressionen auf jede mögliche Weise zu begegnen und die Vorbereitungen für einen ‘Dschihad’ für die Befreiung des besetzten Palästinas und der arabischen Gebiete zu treffen.“ (Erklärung der Islamischen Konferenz in Mekka. Über Rundfunk ausgestrahlt vom Riad Domestic Service, Mekka, Saudi-Arabien. 29. Januar 1981) 

Jordanien fühlt, wie das Herz des palästinensischen Volkes für das besetzte Land schlägt. Jordanien empfindet für Nablus und Hebron nicht anders als für Galiläa und Nazareth.“ (Kronprinz Hassan von Jordanien, Radio Amman, 31. März 1981) 

Ich möchte es eindeutig klarstellen: Wir werden Israel niemals anerkennen, niemals den unrechtmäßigen Besitzer, den Kolonisten, den Imperialisten akzeptieren … Wir werden Israel niemals erlauben, in Frieden zu leben. Wir werden es niemals sicher sein lassen. Jeder Israeli wird fühlen, daß hinter jeder Mauer ein Guerilla stehen könnte, der auf ihn zielt …“ (Farouk Kaddoumi, Führer der politischen Abteilung der PLO, Interview im Stern, Bundesrepublik Deutschland, 30. Juli 1981) 

Die Liquidierung Israels ist eines der Mittel, das wir benutzen, um in der arabischen Welt Einigkeit und Freiheit zu bewirken. Wir wissen, daß die Befreiung ein langfristiges Ziel ist, aber ich bin dabei, es durchzusetzen, daß bis zum Ende dieses Jahres ein demokratischer Palästinenserstaat gegründet wird.“ (Hani al-Hassan, politischer Berater Yasir Arafats, Rede an der Amerikanischen Universität Beirut, An-Nahar, Beirut, 9. Januar 1982) 

Der Reagan-Plan versucht die palästinensische Revolution in Schach zu halten und dann auszulöschen … Leider befaßt er sich nicht mit den Flüchtlingen von 1948 und beschränkt das Recht der Rückkehr auf die West Bank und Gaza. Er erlaubt den Flüchtlingen nicht, in ihre Heimat nach Jaffa, Haifa und Safed zurückzukehren. Unsere Rechte gehen über die West Bank und Gaza hinaus …..“ (Farouk Kaddoumi, Führer der politischen Abteilung der PLO, Al-Hadaf, 17. Januar 1983) 

Der Zermürbungskrieg gegen den zionistischen Feind wird niemals aufhören … Es liegt in meinem Interesse, in diesem Gebiet den Krieg andauern zu lassen, weil ich glaube, daß das einzige Heilmittel für die Leiden der arabischen Nation in einem wirklichen Krieg gegen den zionistischen Feind besteht-„ (PLO-Führer Yasir Arafat, Al-Destour (Libanon), 26. Dezember 1983) 

Davis liefert auf 367 Seiten viele Informationen und Details, die eine Lektüre lohnend machen. Es ist die Selbsteinschätzung der israelischen Mitte, die hier dargeboten wird. In diesem Zusammenhang wird der Zionismus wie folgt gesehen: 

Der Zionismus ist die nationale Befreiungsbewegung des jüdischen Volkes. Er stellt die moderne Verwirklichung des 1900 Jahre alten Traumes dar, Israel nach der Zerstörung des zweiten Tempels im Jahr 70 n. Chr. und der Vertreibung eines großen Teils der Juden wieder aufzubauen. Die Geschichte hat gezeigt, daß die Sicherheit des jüdischen Volkes nur durch eine nationale Heimat zu gewährleisten ist.“  


Lea Rabin, Ich gehe weiter auf seinem Weg – Erinnerungen an Jitzchak Rabin, München 1998,  Knaur Verlag, DM 16,90, jetzt Euro 9,90 

Die Frau des 1995 ermordeten israelischen Ministerpräsidenten Jitzhak Rabin, wurde 1928 in Königsberg geboren und war seit 1948 mit ihrem Mann verheiratet. Auch nach der Ermordung Rabins hält sie unbeirrt am Aussöhnungsgedanken mit den Palästinensern fest. Beeindruckend ist zunächst, wie Lea Rabin anhand der Hetze kurz vor Rabins Tod diesen vorwegnimmt. Auf einer Likud-Demonstration war Jitzhak in Nazi-Uniform zu sehen. Fotomontagen zeigten ihn in dieser Zeit mit dem Araberkopftuch, an jeder Ecke hingen Poster, in der er als Verräter und Mörder gebrandmarkt wurde. 

Kurz nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten verließ die damals Fünfjährige mit ihrer Familie Königsberg. Neue Heimat wurde Tel Aviv, wo die Familie ein Hotel betrieb. Lea Rabin beschreibt die unerträgliche Hitze in Tel Aviv und stellt fest, daß die Eltern den Weggang aus Deutschland nie bedauerten. Die Einwanderer aus Deutschland – Jeckes genannt – wurden wegen ihres Akzentes verspottet. Im Krieg berichtet die Autorin von einem italienischen Luftwaffenangriff auf Tel Aviv im September 1940, bei dem über hundert Menschen getötet wurden. Im Holocaust umgekommen ist Frau Rabins Großvater, Mosche Nachmanson. Am 5. April 1944 wurde er vom Konzentrationslager Fossoli in Italien nach Auschwitz abtransportiert, wo er am 10. April ermordet wurde. „Er ging ganz allein in den Tod, und wir – seine Familie – wußten es nicht einmal. Wie viele wunderbare Menschen hätten gerettet werden können, wenn die Vision des Theodor Herzl und des Fima Schloßberg nur eher verwirklicht worden wäre! Wäre das Grauen des Holocaust während des Zweiten Weltkriegs verhindert worden, wenn man uns rechtzeitig einen jüdischen Staat gewährt hätte? Ich weiß es nicht – und ich bezweifle es sehr. Doch soviel steht fest: Könnte es einen zwingenderen Grund für die Schaffung einer Heimstätte und eines dauerhaften, sicheren Zufluchtsortes für die Juden der Welt geben als diese unermeßliche Tragödie?“ (S. 86) 

Lea Rabin beschreibt den militärischen Aufstieg ihres Mannes bis 1964, als er zum Generalstabschef ernannt wurde. Sie weist ihm eine führende Rolle zu, daß der kleine Staat Israel militärisch „auf Vordermann“ gebracht wurde., was sich 1967 entscheidend auswirkte. Mitte Mai dominierte in Ägypten die Parole „Tod den Juden! Wir werfen sie ins Meer“. Den darauffolgenden Sechs-Tage-Krieg gewann Israel einen Monat später, wobei der Krieg für die arabischen Länder eine Katastrophe war – 2.500 syrische Soldaten wurden getötet. 800 Israelis starben – Mosche Dayan und Rabin wurden die Helden dieses Krieges, der für Israel mit der Besetzung des Westjordanlandes zusätzlichen Landgewinn brachte, der nicht völkerrechtlich anerkannt wurde. 

Mehrere Kriege folgten, im Jom-Kippur-Krieg 1973 stand Israel am Anfang am Rande einer Niederlage. In Rabins Amtszeit fiel die Intifada, die im Dezember 1987 begann. Isolierte terroristische Attacken wurden – so Lea Rabin-  ergänzt durch scheinbar spontane Massenaktionen. „So schwierig die Situation für Jitzak damals gewesen sein mochte, heute würde er sicherlich zugeben, daß die Intifada den Friedensprozeß entscheidend vorantrieb, denn sie machte allen klar, daß auf lange Sicht nur eine politische Lösung Erfolg zeitigen konnte.“ Nach Frau Rabins Ansicht war der ihrem Mann zugeschriebene Satz „Brecht ihnen die Knochen“ nicht authentisch. „Es war bei weitem nicht so, daß Jitzak den israelischen Soldaten riet, wild auf Steinewerfer einzuprügeln; er forderte unsere Soldaten vielmehr auf, schwierige Ermessensentscheidungen zu fällen.“ 

Anfang  der 90 er Jahre begann der Friedensprozeß, der in Oslo 1993 in einem Vertrag festgehalten wurde. Vertreter Israels und der PLO einigten sich auf ein Rahmenabkommen einer Autonomieregelung für die Palästinenser im Westjordanland und Gazastreifen. Jitzchak Rabin legte 1992 als Ministerpräsident im Juli in einer Regierungserklärung dar: „Wir werden entschlossene Schritte unternehmen, um den arabisch-israelischen Konflikt zu beenden. Wir werden dies tun auf der Basis der Anerkennung Israels durch die arabischen Staaten und die Palästinenser als souveräner Staat mit dem Recht, in Frieden und Sicherheit zu leben. Wir sind zutiefst überzeugt, daß dies möglich ist, daß es notwendig ist und daß es kommen wird …“ 

Rabin ließ sich auch durch Bombenanschläge nicht von seinen Friedensbemühungen abbringen. Zum Beispiel sprengte ein Selbstmordattentäter von Hamas am 24. Juli 1995 in Tel-Aviv einen Bus in die Luft, wobei sechs Menschen getötet und 31 verletzt wurden. Einen folgenschweren Anschlag verübte auch der fanatische Westbank-Siedler Baruch Goldstein, der eineinhalb Jahre vorher mit einem Maschinengewehr 29 Araber in Hebron niedermähte. 

Lea Rabin mußte am 29. Mai 1996 mit erleben, wie der Likudblock die Wahlen knapp gewann, obwohl die Arbeiterpartei mit ihrem Spitzenkandidaten Schimon Peres favorisiert worden war. Sie konzediert dem Spitzenkandidaten von Likud, „Bibi“ Netanjahu, einen professionellen Wahlkampf geführt zu haben. „Es gelang ihnen, die Wähler mit dem Gespenst von Terroranschlägen zu schrecken.“ Sie sieht mit dem Ausgang der Wahl die Hoffnung auf Frieden zunichte. Wie sich herausstellte, hatte sie mit dieser Einschätzung recht. Speziell unter der rechtskonservativen und friedensunwilligen Regierung von Ariel  Scharon und dem verstärkten Terror von Hamas und Dschihad muß der Friedensprozeß gegenwärtig als gescheitert angesehen werden. 

Sie selbst und ihre Kinder hätten diesen Friedensprozeß gerne fortgesetzt. „Doch seit er nicht mehr da ist, sind unsere Kinder an die Öffentlichkeit getreten, haben sich zum Friedensprozeß bekannt, … haben die Worte ihres Vaters in Erinnerung gerufen und sein Erbe übernommen.“

Wer sich für die jüngste Geschichte des palästinensisch-israelischen Konfliktes interessiert, dem kann das Buch empfohlen werden, es bietet viel Insiderwissen, manches Persönliche, das gelegentlich etwas verklärend wirkt. Das Ausmaß der Not des palästinensischen Volkes findet man allerdings eher in Chomskys Werk. 


Uri Avnery, Wir tragen das Nessos-Gewand. Israel und der Frieden im Nahen Osten, Bonn 1991, Verlag J. H. W. Dietz Nachfolger, zur Zeit im Buchhandel nicht erhältlich 

Der Autor wurde am 10. September 1923 in Beckum geboren, emigrierte 1933 nach Palästina, war von 1938 bis 1942 Mitglied der Irgun[1] und kämpfte 1948 in der Haganah[2] um die Unabhängigkeit Israels. Als Chefredakteur eines angesehenen Wochenblattes setzte er sich für einen Frieden mit den Palästinensern ein. Er war Gründungsmitglied des „Israelischen Rates für Israelisch-Palästinensischen Frieden in Israel“ und warb auch in der Knesset drei Legislaturperioden lang für seine friedenspolitischen Ziele. 

Ausgangspunkt seiner Betrachtungen ist der Sechs-Tage-Krieg von 1967, als Israel seine Nachbarn Ägypten, Syrien und Jordanien besiegte und die Golan-Höhen, die West-Bank (das Westjordanland) und den Gaza-Streifen besetzte. Diese Gebiete gelten Avnery als Nessos-Gewand der griechischen Sage. Dieses Gewand war mit einem scheinbaren Liebeszauber des Zentauren[3] Nessos getränkt, das der Held Herakles anzog, aber daran starb, weil es vergiftet war. Avnery schildert die Ereignisse des Sechs-Tage-Krieges, die Israel siegestrunken machten. Nach seiner Einschätzung seien dadurch vernünftige Überlegungen unmöglich geworden. „Bei Kriegsende besaß Israel eine einmalige Gelegenheit, Frieden zu schließen. Alle palästinensischen Gebiete befanden sich zum ersten Mal in seiner Hand. Israel konnte sie den Palästinensern als Staatsgebiet anbieten, unter psychologischen und politischen Bedingungen, die – weit über einen Frieden hinaus – eine friedliche Nachbarschaft und Zusammenarbeit ermöglicht hätten. Die Palästinenser, und eigentlich die ganze arabische Welt, litten noch an den Nachwirkungen des Schocks und waren daher für neue Ideen aufnahmebereit.“ Diese Ideen schlug Avnery Premierminister Eschkol in einem offenen Brief vor. Sie wurden abgelehnt und damit – so der Autor – eine historische Chance vertan. 

Avnery weist aus der Frühzeit des Zionismus nach, wie die Frontstellung zu den Arabern zustande kam. Der Begründer des Zionismus, Theodor Herzl, verstand seine Bewegung als „Teil eines Walles gegen Asien“. Nach Herzls Tod wurde der deutsch-jüdische Schriftsteller Max Nordau die profilierteste Persönlichkeit des Zionismus. Er bot der türkischen Regierung, die damals über Palästina herrschte, 1905 an,  die zionistischen Siedlungen zu einem Bollwerk der türkischen Fremdherrschaft gegen die Palästinenser zu machen. Dies kam einer Kriegserklärung an die Araber gleich. Im ersten Weltkrieg dann gewannen die Zionisten die Briten zu Bundesgenossen. Mit der Balfour-Deklaration von 1917 versprachen die Briten den Juden, eine „nationale Heimstätte“ in Palästina zu errichten. „Für die Engländer erwies sich das neue jüdische Gemeinwesen in Palästina als ein Mittel, mit dessen Hilfe die arabische Nationalbewegung aufgehalten und die britische Kolonialherrschaft im Lande gesichert werden konnte.“ Diese Absicht ging für die Briten bis 1948 gut; dann machte sich Israel als Staat selbständig. 

Unterschätzt haben die Araber – nach Meinung des Autoren- die Armee des neuen zionistischen Gemeinwesens, was sie dazu verleitete, den Fehler zu machen, den UNO-Teilungsplan abzulehnen. So kam ein ebenfalls geplanter palästinensischer Staat nicht zustande.

Das nach dem Golfkrieg von 1991 geschriebene Buch kommt zu dem Schluß: „Israel lebt auf einem aktiven Vulkan. Auf seine brutale Art hat der Golfkrieg jeden Israeli daran erinnert. Nur der Frieden kann diesen feuerspeienden Berg zum Erlöschen bringen.“ 

Alle, die einen Ausweg aus der gegenwärtigen Krise suchen, sollten es lesen.

Christian Schauer


[1]  Jüdische rechtsradikale Untergrundorganisation in Palästina. 1931 gegründet, verübte sie seit 1943

unter der Führung von Menachem Begin zahlreiche Terroranschläge; mit der Gründung des Staates

Israel wurde sie aufgelöst

[2]  Selbstschutzorganisation des Jischuw, der jüdischen Gemeinschaft in Palästina zur Zeit des britischen

Mandats; nach den Unruhen von 1920 aus der jüdischen Schutzorganisation Haschomer entstanden, war

sie zur Abwehr arabischer Übergriffe gedacht. 1948 wurde sie zur Armee des Staates Israel erklärt

[3] Fabelwesen der griechischen Mythologie – ein menschlicher Torso sitzt auf einem Pferdeleib

 

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Veröffentlicht 6. Mai 2012 von schauerchristian in Nahost - Konflikt

Wissenswertes aus der Geschichte des jüdischen Volkes

Wissenswertes aus der Geschichte des jüdischen Volkes

Vom letzten Viertel des 4. Jahrhunderts bis zum ersten des 6. Jahrhunderts, also etwa 150 Jahre lang, bestand in Himjar ein mächtiges monotheistisch-jüdisches Königreich– man schreibt die Konversion des himjarischen Königshauses Abu Karib Assad zu, der wahrscheinlich von 390 bis 420 herrschte. Bei einem Feldzug in den Norden der Insel konvertierte er zum Judentum. Vom Sohn des Assad, Surahbi’il Ya’fur, gibt es ein Zeugnis aus dem Jahre 440, in dem sein Judentum dokumentiert wird. „der Herr des Himmels und der Erde“ habe ihm seine Unterstützung zuteilwerden lassen. Der Ausdruck „Der Barmherzige“ taucht in weiteren Inschriften aus dieser Zeit auf. Im Norden von Himjar wurde der christliche Missionar Azkir hingerichtet. Azkir wurde von Regierungsbeamten festgenommen, nachdem er ein christliches Gebetshaus errichtet hatte. Das Christentum hatte sich schon früher in der Stadt festgesetzt. Ein abschreckendes Beispiel war vonnöten. Nach dem Tode von König Surahbi’ìl Yakkaf sank der Stern des Reiches von Himjar. Die Söhne mußten sich dem Druck der Äthiopier beugen. Die Auseinandersetzung zwischen Himjar und dem äthiopischen Aksum war Ausdruck politischer und und wirtschaftlicher Gegensätze.

Nach einigen Jahren christlicher Vorherrschaft kehrte das Judentum unter dem letzten jüdisch- himjarischen Herrscher Du-Nuwas an die Macht zurück. Die Quellen über diesen König sind besonders ergiebig. Der König ist quellenmäßig gut dokumentiert. Sein Krieg gegen das äthiopische Reich war brutal. Du-Nuwas wurde wahrscheinlich 518 geboren. Gegen den von Äthiopien gestützten Vizekönig entfesselte er einen Aufstand. Es gelang ihm, Zafar einzunehmen. Nach seinem Sieg konvertierten viele zum Judentum. Die aufständische Stadt Najran wurde belagert und erobert. Ella Asbeha, der Herrscher von Aksum, erklärte dem jüdischen Himjar nach dem Tod vieler Christen den Krieg. Unterstützung gewährte Byzanz, das Schiffe zur Verfügung stellte. 525 wurde Du-Nuwas nach langem, harten Kampf besiegt.Die Hauptstadt Zafar wurde zerstört, 50 Mitglieder der Herrscherfamilie gerieten in Gefangenschaft. Einige Jahre später scheiterte ein letzter Aufstand. Nach 570 eroberten die Perser das Reich. Die Proselytengemeinde von Himjar bestand auch unter persischer Herrschaft weiter. Nach Ankunft von Mohammeds Armee 629 warnte der Prophet seine Heerführer in einem Brief, Christen und Juden nicht zu zwingen, zum Islam überzutreten. Die Art der Steuern für die Juden belegt, daß viele von der Landwirtschaft lebten. Es gelang der Gemeinde von Himjar dank der theologischen Verbindung nach Babylon, bis ins 20. Jahrhundert zu überleben.

 

Königin Kahina. Sie leistete Widerstand gegen die muslimischen Eroberer. Sie war eine zum Judentum konvertierte Berberführerin, als Magierin wurde sie „Priesterin“ (Kahina) genannt. Sie herrschte eisern über ihr Reich. Als sie Muslime erneut versuchten, Nordafrika zu erobern, vereinigte sie 689 einige starke Stämme und besiegte das Riesenheer von Hassan ben Al-Nu`maan. 694 drehten die Muslime den Spieß um und töteten die kampferprobte Kahina. Diese hatte eine Strategie der verbrannten Erde angewandt. Städte und Dörfer wurden dem Erdboden gleichgemacht. Ihre Söhne konvertierten zum Islam. Die Erinnerung an sie wird in Mythen und Geschichten wachgehalten.

 

Auch die dritte große jüdische Gemeinschaft der Vergangenheit, die in Osteuropa, stammt laut Sand nicht von den Juden aus Eretz Israel ab. Sand bringt die Geschichte des jüdischen Großreiches der Chasaren, vom 10. bis 13. Jahrhundert zwischen Krim, Wolga und Kaspischem Meer gelegen, ins Spiel. Im Chasarenreich bildete sich laut Sand nach der Konversion des chasarischen Königs, des Kagan, zum Judentum allmählich eine eigene jüdische, turksprachige Volksgruppe heraus, die beim Einfall der Mongolen nach Westen floh und sich mit der slawischen Bevölkerung vermischte. Gerade über das jüdische Chasarenreich ist die Quellenlage eindeutig. Sand widerlegt damit die gängige These von der Herkunft der osteuropäischen Juden aus «Aschkenas», d.h. Dem deutschsprachigen Raum. «In den Gemeinden in Köln, Mainz und Worms gab es im 13. Jahrhundert nur einige Tausend Juden. Es kann also vom demografischen Gesichtspunkt her gar nicht sein, dass so viele Juden nach Osten emigrierten und dort ein Volk von Millionen Juden bildeten», erläutert Sand. Er beruft sich dabei unter anderem auf die These der Tel Aviver Linguisten Paul Wexler und anderen, wonach die jiddische Sprache nicht identisch mit dem Judendeutsch des Mittelalters sei. Jiddisch ist laut Wexler eine slawische Sprache mit deutschem Sprachwortschatz und ein Ausdruck der sozioökonomischen Symbiose zwischen deutschen Siedlern und Juden des Spätmittelalters im Gebiet der heutigen Ukraine und Polens. Auch zionistische Historiker wie der vierte israelische Bildungsminister Benzion Dinur wussten das noch in den 1950er Jahren.

Kunde vom Reich der Chasaren gibt ein Brief von Hasdai Ibn Schaprut (915 – 975), Arzt und Staatsmann am Hof des Kalifen Abd Al-Rahman in Cordoba an König Joseph Ben Aharon, den König der Chasaren. König Joseph antwortet, indem er seine Herkunft und die Grenzen seines Reiches bescheibt: „In deinem Brief fragtest du, von welchem Volk, von welcher Familie und von welchem Stamme wir sind. Wisse, dass wir Nachkommen des Japhedt und seines Sohnes Togarma sind. (…) Es heißt, dass damals meine Vorfahren nur wenige waren, und der Herr gaben ihnen Kraft und Heldenmut, und sie führten Krieg gegen viele uns sehr starke Völker, und mit der Hilfe des Herrn vertrieben sie sie und nahmen ihr Land ein (…) Danach vergingen Generationen, bis König Bulan an die Macht kam, ein weiser und gottesfürchtiger Mann, der zutiefst gläubig war, er befreite das Land von den Götzenanbetern und den Magiern und ruhte unter Gottes Fittichen. (…) Der König nahm alle seine Minister und seine Sklaven und sein ganzes Volk und sagte ihnen all das. Und sie hielten es für gut, sie nahmen das Urteil an und versammelten sich vor der Gottheit. (…) Danach kam ein König an die Macht, der ein Nachkomme seiner Nachkommen war, er hieß Ovadia, ein geradliniger Gerechter, er erneuerte das Königreich und setzte das Gesetz in Kraft, er edrbaute Versammlungs- und Lehrhäuser und versammelte dort viele Weise Israels.“

Die Geschichte der Chasaren beginnt im 4. Jahrhundert nach Christus, als nomadisierende Stämme mit den Hunnen nach Westen zogen.Später errichteten sie ein riesiges Imperium in den Steppen entlang der Wolga und im nördlichen Kaukasus, das sein Ende im 13. Jahrhundert fand, als der Mongolensturm die Überreste dieses einzigartigen Staatswesens vernichtete. Die Chasaren waren ein Verbund starker Clans türkischer oder hunno-bulgarischer Herkunft, die sich mit den Skythen vermischten, die seit Jahrhunderten die Berge und Steppen zwischen dem Schwarzen und Kaspischen Meer bevölkert hatten. Seit dem 6. Jahrhundert tauchten die Chasaren erst in persischen, dann auch in muslimischen Quellen auf. Ihr Einfall führte sie bis in die Gegend von Mossul im heutigen Irak. Zu Beginn des 7. Jahrhunderts schlossen die Perser ein Bündnis mit ihnen, der König heiretete die Tochter des Chasarenherrschers, der wiederum den Persern den Bau von Festungen an den Kaukasuspässen erlaubte. Der Großkahn der Chasaren unterhielt vielfältige Beziehungen mit dem byzantinischen Kaiserreich. Der künftige Kaiser Justinian II. floh Ende des 7. Jahrhunderts ins Chasarenreich und heiratete eine getaufte Chasarenprinzessin namens Theodora, die später als Kaiserin großen Einfluß erlangte. Es blieb nicht das einzige Ehebündnis zwischen diesen beiden Staaten. 733 fand diese außergewöhnliche Eheschließung statt. Der Sohn wurde später Leo der Chasar genannt. 730 kamen die Chasaren bis Mossul. Kalif Marwan II. Erreichte danach eine kurzzeitige Islamisierung des damals noch heidnischen Chasarenreiches. Das chasarische Staatswesen verfügte über eine höchst originelle Doppelspitze- einen heiligen und erhabenen König und einen aktiven, säkularen Herrscher.

Ein Chronist schildert das Chasarenreich 932 folgendermaßen: „Was ihre Staatsordnung und ihre Regierungsgewalt angeht, so wird ihr Herrscher als Großkahn Chasar bezeichnet, und er steht höher als der Chasarenkönig. Doch der König ernennt ihn. Wenn sie ihn zum Großkahn machen wollen, gehen sie zu ihm hin und würgen ihn mit einem Seidenband, bis er beinahe erstickt, und dann fragen sie, wie lange willstr du herrschen? Und er sagt: So und so viele Jahre. Und wenn er vor Ablauf dieser Zeitspanne stirbt, (dann ist es gut) und wenn nicht, dann töten sie ihn, wenn er dieses Jahr erreicht. Nur Sprösslinge aus bekannten Familien können Großkahn werden. Er besitzt keine wirkliche Macht, sondern man bewundert ihn und betet ihn an, wenn man zu ihm geht. Zu ihm kommt niemand außer einigen wenigen, wie etwa der König und diejenigen von seinem Rang. (…) Und niemand, der nicht am Judentum festhält, kann Großkahn werden.“

 

Es gibt Einschätzungen, wonach die Chasaren schon 740 zum Judentum übergetreten sind. Dafür gibt es keine Belege. Im Jahr 864 besagt ein Dokument, dass „alle chasaren (gazari) die jüdischen Gesetze befolgen.“ Zwischen der Mitte des 8-und 9. Jahrhunderts erklärten die Chasaren das Judentum zu ihrer einzigen Religion. In dem Brief von König Joseph wird der Übertritt als mehrstufige Handlung beschrieben. Zunächst wird König Bulan von der Richtigkeit des Judentums überzeugt und entschließt sich zur Konversion. Erst König Ovadia, ein Enkel oder Urenkel, führte „das Gesetz als staatliches und religiöses Gesetz“ ein: Zudem ließ er Synagogen und Lehrhäuser erbauen. Grabinschriften auf dem Gebiet des ehemaligen Chasrenreiches belegen die weite Verbreitung des Judentums; es gab jedoch auch viel Synkretismus. Viele gehen davon aus, daß das Chasarenreich in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts zerstört worden ist. Großfürst Swjatoslaw I. Von Kiew besiegte 965 (oder 969) die den Don beherrschende chasarische Stadt Sarkel (eine Festungsstadt). In der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts verlor das Chasrenreich seine Vormachtstellung. 1016 überfiel das vereinte byzantinisch-russische Heer das jüdische Reich und versetzte ihm einen weiteren schweren Schlag. Im 13. Jahrhundert entstand unter den Mongolen ein kleines chasarisches Reich. Nach der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts wird es still um das Chasarenrteich. Es verschwand im Dunkel der Geschichte.

 

Sevilla war gegen Ende des Mitelalters die volkreichste Stadt Spaniens geworden. Seit 1378 predigte der Erzdiakon von Sevilla, Ferrando Martínez von Écija, gegen die Juden und hetzte die Christen gegen sie auf. Am 6. Juni 1391 stürzte sich die Menge nach einigen handgreiflichen Auseinandersetzungen auf den jüdischen Wohnbezirk. Die Mehrzahl bekehrte sich zum Christentum, der Rest wurde niedergemacht. In einigen Wochen kam es zu Ausschreitungen in Kastilien und Aragón. In Valencia griff die Menge die aljama an mit dem Schlachtruf: „Martinez kommt! Die Juden – in den Tod oder ins Weihwasser!“ „Die Gier zur Plünderung der Juden nahm jeden Tag zu“ bemerkte der Kanzler Ayala. Zahlreiche Juden fanden Unterschlupf in den Häusern christlicher Bürger. Manche Juden fanden in Schlössern Zuflucht gegen Bezahlung. In Barcelona begingen die Juden zu Dutzenden Selbstmord. In Gerona weigerte sich die Juden, ihrem Glauben abzuschwören. Zahlreiche Juden nahmen die Taufe an. In viel Städten wurden die Conversos nach der Taufe die eifrigsten Verfolger der Juden.1394 hetzten die Conversos von Perpignan die Masse gegen die Juden und hinderten sie daran, in ihre alten Wohnungen zurückzukehren. Auf welche Seite sollte das Vermögen einer Gemeinde fallen, wenn eine aljama in zwei Teile zerfallen war? In Lérida waren 1391 78 Juden ermordet worden. In ganz Spanien wurden Synagogen in Kirchen umgewandelt. In Madrid wurde ein Kloster ärmer, weil die Rente von der jüdischen aljama wegblieb, die vernichtet wurde.

 

Literatur: Shlomo Sand, Die Erfindung des jüdischen Volkes. Israels Gründungsmythos auf dem Prüfstand, Berlin 2008

http://de.wikipedia.org/wiki/Himyar

Léon Poliakov, Geschichte des Antisemitismus -IV. Die Marranen im Schatten der Inquisition,

Worms 1981